Jugendbande „Knappi-Gang“ wegen versuchten Totschlags vor Gericht
Knappi-Gang vor Gericht: Versuchter Totschlag

Dortmund – Es sind Szenen, die erschüttern: Eine Gruppe junger Männer tritt und schlägt johlend auf am Boden liegende Opfer ein, feuert sich gegenseitig an. Nun steht die sogenannte „Knappi-Gang“ vor dem Landgericht Dortmund. Die sieben Angeklagten im Alter von 17 bis 20 Jahren müssen sich wegen versuchten Totschlags verantworten. Ein brutales Prügelvideo, mit dem die Bande prahlte, brachte sie auf die Anklagebank.

Die Angeklagten und die Vorwürfe

In Handfesseln wurden die Jugendlichen und Heranwachsenden mit deutscher, syrischer, afghanischer und eritreischer Staatsangehörigkeit in den Gerichtssaal geführt. Nur einer der Angeklagten befindet sich nicht in Untersuchungshaft, da ihm lediglich Beihilfe vorgeworfen wird. Auf seinem Handy wurde das belastende Video gefunden, das die Gewaltexzesse zeigt und in dem die Täter sich gegenseitig anfeuern.

Die Hauptangeklagten sind Faiz G. (20) und Abdul-Kadir A. (18). Ihnen wird vorgeworfen, die Opfer zu Boden gebracht zu haben. Ein weiterer Beteiligter, Abolfazl A. (17), soll Pfefferspray eingesetzt haben, um die Opfer wehrlos zu machen. „Er liegt auf dem Boden, f*ck seine Mutter, stech‘ ihn“, soll der filmende Jugendliche Diego F. (17) während der Tat gerufen haben. Seine Mutter begleitete ihn gestern zum Prozess.

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Der Gewaltexzess an der Bushaltestelle

Die Tat ereignete sich im vergangenen August an einer Bushaltestelle. Die Bande fiel über fünf Männer her. In fast ekstatischer Stimmung wechselten sich die Täter bei den Misshandlungen ab. „Ey, lass mich auch“, brüllte ein Angreifer, während ein anderer dem bereits Verletzten in den Rücken sprang. Die Fausthiebe ins Gesicht und Tritte in den Bauch endeten erst, als ein Martinshorn ertönte und Blaulicht in der Dunkelheit aufleuchtete.

Ermittlungen und Festnahmen

Vier Monate lang ermittelte die Kriminalpolizei, dann schlug sie zu. Die „Knappi-Gang“, die sich nach der Nähe zum Knappschaftskrankenhaus benannt hat, wurde mit Haftbefehlen gesucht. Teilweise holte das Spezialeinsatzkommando (SEK) die Gewalttäter nachts aus ihren Kinderzimmern. Einige von ihnen müssen sich nicht nur wegen versuchten Totschlags verantworten. Maxim W. (19) werden zudem Raub und unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen.

Am kommenden Montag wollen sich die Angeklagten äußern. Ende Mai werden die Opfer als Zeugen vor Gericht erscheinen und den Tätern gegenübertreten. Eine weitere Anklage steht bereits bevor: Seit letzter Woche sitzt ein achtes mutmaßliches Mitglied der Bande in Untersuchungshaft. Es soll von Maxim W. verpfiffen worden sein, der auf dem Video mit Karatetritten gegen Kopf und Bauch eines Opfers zu sehen ist.

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