Berlin – Schwedens Königin Silvia hat im Berliner Hotel Adlon das Forum ihrer World Childhood Foundation eröffnet. Gemeinsam mit First Lady Elke Büdenbender, der Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, rief sie zu entschlossenem Handeln gegen Missbrauch und Gewalt an Kindern auf.
Ein starkes Zeichen im Herzen Berlins
Die 82-jährige Monarchin, die für ihr Engagement für Kinderrechte bekannt ist, sprach im Hotel Adlon vor rund 80 Expertinnen und Experten aus Politik, Justiz, Bildung und Wirtschaft. „Seit vielen Jahrzehnten begegne ich Kindern, deren Rechte verletzt wurden. Oft im Verborgenen, oft viel zu lange“, sagte die Königin mit bewegter Stimme. Diese Begegnungen hätten sie nie losgelassen.
Die World Childhood Foundation wurde von Königin Silvia bereits 1999 gegründet. Seither setzt sie sich unermüdlich für den Schutz von Kindern ein – auch mit 82 Jahren. Ihr Appell im Adlon: „Kinderschutz ist kein Randthema, sondern ein Prüfstand für den Zustand unserer Gesellschaft.“ Es gehe darum, vom Reden zum Handeln zu kommen.
Elke Büdenbender: Sexueller Missbrauch ist eine der größten Herausforderungen
First Lady Elke Büdenbender fand deutliche Worte: „Sexueller Kindesmissbrauch ist eine der größten Herausforderungen für eine demokratische Gesellschaft.“ Sie betonte: „Es kann nicht sein, dass Kinder nicht sicher sind. Weder zu Hause noch an Orten, die sie eigentlich schützen sollten.“
Die Expertinnen und Experten arbeiteten in sechs Fachforen zu Themen wie Justiz, Bildung und Wirtschaft. Gemeinsam suchten sie nach Lösungen, die über Grenzen von Politik und Systemen hinweg wirken sollen. Aus der Stiftung hieß es: „Kinderschutz scheitert nicht am Wissen – sondern daran, dass wir es nicht konsequent umsetzen.“
Ergebnisse werden an die Bundesregierung übergeben
Am Ende des Tages wurden die Ergebnisse symbolisch an die Bundesregierung übergeben. Für Königin Silvia zählt jedoch mehr als Symbolik. Sie möchte echte Veränderung. „Wir schulden Kindern nicht nur Mitgefühl, sondern verantwortungsvolles Handeln“, sagte sie eindringlich. „Nicht auf ihre Kosten – sondern zu ihren Gunsten.“ Solche Anliegen dürften nicht an einzelnen Legislaturperioden oder Haushaltsplänen hängen.
Die Monarchin, die kürzlich mit ihrem Ehemann König Carl Gustaf dessen 80. Geburtstag feierte und im Juni die Goldene Hochzeit begeht, zeigte sich kämpferisch. Das Internet werde zunehmend zur Gefahr für Kinder, weshalb hier mehr Handlungsbedarf bestehe. Gewalt gegen Kinder passiere überall: in Familien, Schulen, Vereinen und zunehmend im digitalen Raum.
Das Forum der World Childhood Foundation in Berlin war ein starkes Zeichen für den Kinderschutz. Königin Silvia und Elke Büdenbender stehen Seite an Seite für die Schwächsten unserer Gesellschaft – und lassen nicht locker, bis Kinder überall sicher sind.



