Koblenz: Fast 32 Jahre alter Mordfall gelöst – 81-Jähriger nach DNA-Spuren festgenommen
Koblenz: Mordfall nach 32 Jahren durch DNA gelöst

Fast drei Jahrzehnte ungelöst: Mord an US-Studentin in Koblenz aufgeklärt

In einem spektakulären Ermittlungserfolg hat die Polizei nach fast 32 Jahren einen mutmaßlichen Mörder einer US-amerikanischen Touristin in Koblenz festgenommen. Der jetzt 81 Jahre alte Deutsche wurde am Montag in seiner Wohnung in der Nähe der rheinland-pfälzischen Stadt in Gewahrsam genommen, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz mitteilte. Er steht unter dringendem Tatverdacht, die damals 24-jährige Amy Lopez am 26. September 1994 getötet zu haben.

Grausamer Fund unterhalb der Festung Ehrenbreitstein

Die Leiche der jungen Frau war kurz nach der Tat von spielenden Kindern unterhalb der historischen Festung Ehrenbreitstein entdeckt worden. Laut Angaben der Ermittlungsbehörden war das Opfer weitgehend entkleidet und wies schwere Kopfverletzungen, mehrere Messerstiche am Oberkörper sowie eindeutige Strangulationsmerkmale auf. Bereits frühere polizeiliche Untersuchungen hatten ergeben, dass Amy Lopez auch Opfer eines Sexualverbrechens geworden war.

Moderne DNA-Analyse bringt entscheidende Wende

Der entscheidende Durchbruch in dem jahrzehntealten Cold Case gelang durch den Einsatz modernster forensischer Methoden. Bei der systematischen Überarbeitung des Falls im Jahr 2024 entdeckten Spezialisten männliche DNA-Spuren an sichergestellten Asservaten, die damals nicht identifiziert werden konnten. Diese neu entdeckten genetischen Fingerabdrücke führten schließlich zu dem heute 81-jährigen Tatverdächtigen.

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Bereits im September 2025 hatten die Ermittler mit einem ungewöhnlichen Schritt öffentlichen Druck aufgebaut: In der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ wurden Fotos von Gegenständen veröffentlicht, die der Täter möglicherweise an sich genommen hatte. Dabei handelte es sich um eine silberne Timex-Digitaluhr, weiße Nike-Sportschuhe, eine Bauchtasche und eine Brille des Opfers. Für Hinweise, die zur Aufklärung führen sollten, war eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt worden.

Täterprofil und Ermittlungsarbeit

Die intensiven Nachforschungen der Sonderkommission hatten bereits vor der Festnahme ein detailliertes Täterprofil ergeben. Demnach handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Einzeltäter zwischen 18 und 35 Jahren zum Tatzeitpunkt, der keinen persönlichen Bezug zum Opfer hatte, aber über Vorerfahrungen in Gewalt- oder Sexualdelikten verfügte. Der öffentliche Aufruf im Herbst 2025 brachte etwa 40 neue Hinweise aus der Bevölkerung, die die Ermittlungen weiter vorantrieben.

Nach der erfolgten Festnahme erließ das zuständige Gericht einen Haftbefehl gegen den Verdächtigen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz kündigte an, im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch ausführlich über den spektakulären Fall und die langjährigen Ermittlungen zu informieren. Für die Angehörigen der getöteten Amy Lopez endet damit eine jahrzehntelange Phase der Ungewissheit, während gleichzeitig die Frage nach der Gerechtigkeit nach so langer Zeit neu gestellt wird.

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