Unabhängige Kommission untersucht mutmaßliche Vergewaltigung in Berliner Jugendzentrum
Kommission untersucht Vorgänge um Jugendzentrum in Neukölln

Unabhängige Kommission nimmt Vorgänge um Jugendzentrum unter die Lupe

Die Jugendstadträtin von Berlin-Neukölln, Sarah Nagel, hat eine unabhängige Kommission eingesetzt, um die Vorgänge rund um eine mutmaßliche Vergewaltigung in einem Jugendzentrum gründlich aufzuarbeiten. Die Kommission wird sich nach den Osterfeiertagen konstituieren, wie die Linke-Politikerin mitteilte. Erste Zwischenergebnisse sollen bis Ende Mai 2026 vorliegen, um zeitnah Klarheit zu schaffen.

Fachleute für Kinderschutz und sexualisierte Gewalt

Die Kommission besteht laut offiziellen Angaben aus ausgewiesenen Fachleuten, die sich intensiv mit Kinderschutz und dem professionellen Umgang mit sexualisierter Gewalt auskennen. Dazu gehören Vertreter des renommierten Kinderschutz-Zentrums Berlin und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Der Verein Yekmal, der spezialisierte Familienberatung anbietet, nimmt beratend an den Sitzungen teil und bringt wertvolle Expertise ein.

Transparenz und verbesserter Schutz als zentrale Ziele

„Die lückenlose Aufklärung ist für mich von zentraler Bedeutung“, erklärte Nagel, die in diesem Fall selbst in der Kritik steht und sich mit einem Abwahlantrag der CDU konfrontiert sieht. Die Aufarbeitung erfolgt bewusst unabhängig vom Jugendamt Neukölln, um maximale Objektivität zu gewährleisten. Das erklärte Ziel ist es, die Vorfälle umfassend zu untersuchen, daraus Konsequenzen zu ziehen, den Opfern gerecht zu werden und den Schutz für alle Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu erhöhen. Dies betrifft die Abläufe im Jugendzentrum, bei dem freien Träger und auch innerhalb des Jugendamtes selbst.

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Ermittlungen wegen Strafvereitelung laufen

Der Neuköllner Jugendclub in der Wutzkyallee ist bis auf Weiteres geschlossen. Eine 16-Jährige soll dort von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später massiv bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst durch die späte Anzeige des Vaters. Diese erfolgte laut Staatsanwaltschaft am 23. Februar. Weder das Jugendzentrum noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln haben Anzeige erstattet. Zu den Gründen für dieses Unterlassen gibt es unterschiedliche Darstellungen. Es besteht jedoch der konkrete Verdacht, dass der Vorfall bewusst nicht gemeldet wurde, um die mutmaßlich muslimischen Täter nicht zu stigmatisieren.

LKA und Staatsanwaltschaft ermitteln parallel

Parallel zur Arbeit der Kommission ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Berlin intensiv zu dem schwerwiegenden Vorfall. Nach Angaben der Polizei wurden bereits Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung und der Strafvereitelung im Amt eingeleitet. Zudem seien – überwiegend online über die Internetwache – mehrere Hinweise auf „fehlerhaftes bzw. gegebenenfalls strafrechtlich relevantes Handeln bzw. Unterlassen“ eingegangen, teilte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage mit. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wurden keine weiteren Details zu diesen Hinweisen genannt.

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