Kriminalstatistik MV 2025: Weniger Straftaten, aber Anstieg bei häuslicher Gewalt
Kriminalstatistik MV: Weniger Straftaten, mehr häusliche Gewalt

Kriminalstatistik für Mecklenburg-Vorpommern: Gemischte Bilanz für 2025

Innenminister Christian Pegel (SPD) hat in Schwerin die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Zahlen zeigen eine insgesamt positive Entwicklung bei der Kriminalitätsbekämpfung, doch in bestimmten Bereichen gibt es alarmierende Tendenzen.

Gesamtzahl der Straftaten rückläufig

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 103.901 Straftaten. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als noch 108.544 Fälle erfasst wurden. Die Aufklärungsquote konnte sich auf über 63 Prozent steigern und liegt damit zum zweiten Mal in Folge über der 62-Prozent-Marke der vergangenen Jahre. Zudem übertrifft die Quote konstant den Bundesdurchschnitt.

Besorgniserregende Entwicklung bei häuslicher Gewalt

Während die Gesamtzahl der Straftaten sinkt, erreicht die häusliche Gewalt einen traurigen Rekordwert. Mit 5.204 registrierten Fällen wurde der höchste Stand seit 1990 erreicht – knapp 200 Fälle mehr als im Vorjahr. Innenminister Pegel bezeichnete diese Entwicklung als alarmierend.

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In zwei von drei Fällen handelte es sich um Körperverletzungsdelikte. Besonders tragisch: Es gab neun Tötungsdelikte im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt, bei denen vier Menschen starben. Die Aufklärungsquote liegt bei bemerkenswerten 99,7 Prozent.

Pegel warb für verbesserten Opferschutz und schlug die Einführung elektronischer Fußfesseln für Intensivtäter vor. „Wenn sich ein Täter trotz Verbot annähert, muss das Opfer sofort gewarnt werden können“, betonte der SPD-Politiker.

Sexuelle Straftaten nehmen deutlich zu

Einen dramatischen Anstieg verzeichnet die Statistik bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Mit 2.573 Fällen liegt die Zahl um 28,2 Prozent höher als im Vorjahr, wobei 90 Prozent dieser Delikte aufgeklärt werden konnten.

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung beim sexuellen Missbrauch von Kindern: Hier stieg die Fallzahl um 13,2 Prozent auf 342 Fälle. Noch deutlicher fällt der Anstieg bei kinderpornografischen Inhalten aus – hier verzeichnet die Statistik eine Zunahme um 60,2 Prozent auf 966 Fälle.

Laut Ministerium ist dieser Anstieg teilweise auf verbesserte internationale Meldeplattformen zurückzuführen. „Jeder Hinweis ist eine Chance, Kinder zu schützen“, erklärte Pegel. Gleichzeitig begünstigten Smartphones die Verbreitung strafbarer Inhalte, wobei viele Jugendliche unwissentlich zu Tätern werden.

Positive Entwicklungen in anderen Bereichen

Die Zahl der Diebstahlsdelikte ging auf 27.535 Fälle zurück – ein Wert, der nur in den Jahren 2020 und 2021 unterschritten wurde. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 36,5 Prozent. Beim Wohnungseinbruchdiebstahl blieb die Zahl mit 933 Fällen auf Vorjahresniveau.

Ebenfalls rückläufig sind Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie die Cyberkriminalität. Hier sank die Fallzahl von 741 auf 611 Fälle.

Gewaltdelikte und Messerangriffe

Bei Straftaten gegen das Leben wurden 45 Fälle registriert – zwei weniger als im Vorjahr und damit im Rahmen des mehrjährigen Mittels. Es gab 24 Totschlagsdelikte (davon 17 Versuche) und sieben Morddelikte (fünf Versuche).

Die Zahl der Körperverletzungsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit stieg leicht von 20.033 auf 20.358 Fälle. Pegel beobachtet seit der Corona-Pandemie eine Verrohung der Umgangsformen: „Der Ton und die Form der Auseinandersetzungen sind sehr rabiat geworden“.

Bei Messerangriffen wurden 476 Fälle dokumentiert – etwas mehr als im Vorjahr. Seit 2020 werden diese Delikte bundesweit gesondert erfasst.

Fazit der Statistik

Die Kriminalstatistik für Mecklenburg-Vorpommern zeigt ein gemischtes Bild: Während die Gesamtzahl der Straftaten sinkt und die Aufklärungsquote steigt, bereiten die Zunahme bei häuslicher Gewalt und sexuellen Straftaten große Sorge. Das Innenministerium kündigte an, Präventions- und Beratungsangebote weiter auszubauen, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.

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