Großrazzia gegen mutmaßliche Steuerbetrüger in Berlin
Mit einem massiven Einsatz von 400 Einsatzkräften durchsuchte die Polizei am Mittwochmorgen in Berlin Dutzende Gebäude und Objekte. Im Fokus der Ermittlungen stehen teure Autos, Bargeld und Luxusgegenstände, die im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Steuerbetrug in mindestens zweistelliger Millionenhöhe stehen.
Lamborghini und Ferrari bei Autohändlern beschlagnahmt
Besonders spektakulär war die Sicherstellung eines gelben Lamborghini Urus Performante mit 666 PS, der als Neuwagen einen Wert von 280.000 Euro hat. Bei einem Gebrauchtwagenhändler in Charlottenburg begutachteten Beamten zudem einen Ferrari SF 90 Spider im Wert von 618.900 Euro. Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatte die 25. Einsatzhundertschaft das Betriebsgelände abgesichert.
Unter anderem im Ortolanweg in Berlin-Neukölln kam ein Spezialeinsatzkommando (SEK) zum Einsatz, das schwer bewaffnet die Maßnahmen absicherte. Die Fahnder durchsuchten nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch Geschäftsunterlagen und sicherten umfangreiches Beweismaterial.
Europäische Staatsanwaltschaft koordiniert länderübergreifende Ermittlungen
Die Razzia wird von der Europäischen Staatsanwaltschaft geleitet, die seit Juni 2021 in 23 EU-Ländern tätig ist. Als erste länderübergreifende Strafverfolgungsbehörde verfolgt sie Straftaten gegen die EU-Finanzen, etwa wenn unrechtmäßig EU-Subventionen oder Aufträge erschlichen werden. Von ihrer Zentrale in Luxemburg aus koordiniert sie 140 Staatsanwälte in den Mitgliedstaaten.
Bereits am Dienstag hatten die Ermittler vereinzelt zugeschlagen und zwei außerplanmäßige Festnahmen vorgenommen. Grund für das frühe Zugreifen war die Sorge, dass die mutmaßlichen Steuerbetrüger über die geplanten Maßnahmen informiert werden könnten.
Polizeigewerkschaft warnt vor Folgen von Steuerhinterziehung
Benjamin Jendro, Berliner Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), betonte die Bedeutung der Aktion: „Wir danken allen beteiligten Kollegen für diesen wichtigen behördenübergreifenden Schlag. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die Einfluss auf die Liquidität eines Rechtsstaates hat und dadurch unsere Gesellschaft schädigt.“
Die Ermittlungen laufen weiter, während die beschlagnahmten Luxusfahrzeuge und anderen Wertgegenstände als Beweismittel gesichert bleiben. Die Dimension des mutmaßlichen Betrugs zeigt sich nicht nur in den sichergestellten Fahrzeugen, sondern auch in der europaweiten Koordination der Strafverfolgungsbehörden.



