Lebenslange Haft für tödliche Schüsse auf Hochzeitsfeier in Fürth
Das Landgericht Nürnberg hat einen 27-jährigen Franzosen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Angeklagte schoss vor etwa einem Jahr auf einer Hochzeitsfeier im mittelfränkischen Fürth sechsmal auf den 47-jährigen Vater seiner ehemaligen Lebensgefährtin. Das Opfer wurde von hinten getroffen und starb kurz darauf im Krankenhaus.
Flucht nach Frankreich und Geständnis
Nach der Tat floh der Täter mit Begleitern nach Frankreich, wo er sich später der Polizei stellte. Vor Gericht räumte er die Schüsse ein, äußerte sich jedoch nicht weiter zu den Hintergründen der tödlichen Attacke. Die Sicherheitsvorkehrungen im Gerichtssaal wurden für die Urteilsverkündung deutlich verschärft, mit mehreren Polizeibeamten, die den Angeklagten begleiteten und den bis auf den letzten Platz besetzten Saal überwachten.
Motiv: Verletzte Familienehre und Geldforderungen
Laut dem Vorsitzenden Richter Gregor Zaar war das Motiv eine verletzte Familienehre sowie ein Streit um Geldforderungen nach der Trennung des Angeklagten von seiner Ex-Verlobten. Die beiden Familien hatten sich über Jahre gegenseitig beleidigt und teilweise mit dem Tod bedroht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.
Weiterer Prozess gegen Familienmitglieder im April
Der 27-Jährige wurde bei der Tat von seinem Vater und zwei Brüdern begleitet und unterstützt. Diese sind inzwischen wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Der Prozess gegen sie soll am 28. April am Landgericht in Nürnberg beginnen, wie eine Justizsprecherin mitteilte. Damit ist der Fall juristisch noch lange nicht abgeschlossen.



