Rechtsextremistin Liebich: Auslieferung nach Deutschland weiter ungewiss
Liebich-Auslieferung weiter offen

Nach der Festnahme der verurteilten Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich bleibt die Frage ihrer Auslieferung nach Deutschland weiterhin offen. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Halle teilte auf Anfrage mit, dass bislang keine neuen Informationen vorliegen. Derzeit wartet man auf eine Entscheidung des Landgerichts im tschechischen Pilsen, ob Liebich nach Deutschland überstellt wird.

Festnahme nahe der deutschen Grenze

Liebich war am 9. April in Schönbach bei Asch, unweit der deutschen Grenze, festgenommen worden und befindet sich seither in Auslieferungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft Halle mitteilte, hat die 55-Jährige ihre Auslieferung abgelehnt, weshalb nun das Gericht in Pilsen über das weitere Vorgehen entscheiden muss. Ein Sprecher des Landgerichts wollte sich auf dpa-Anfrage nicht näher zu dem Fall äußern.

Haftantritt bereits für August 2025 vorgesehen

Ursprünglich hätte Liebich ihre Haftstrafe bereits im August 2025 in der Justizvollzugsanstalt im sächsischen Chemnitz antreten sollen. Sie erschien jedoch nicht zum Haftantritt, woraufhin zunächst eine deutschlandweite, später eine europaweite Fahndung eingeleitet wurde. Sollte die Auslieferung nun doch erfolgen, würde die Rechtsextremistin voraussichtlich in die Chemnitzer JVA gebracht werden.

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Verurteilung wegen Volksverhetzung

Das Amtsgericht Halle hatte Liebich im Juli 2023 – damals noch unter dem Namen Sven – wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt. Sowohl Berufung als auch Revision gegen das Urteil blieben erfolglos. Nach der Verurteilung ließ Liebich ihr Geschlecht von männlich auf weiblich ändern und den Vornamen von Sven in Marla Svenja anpassen. Seitdem als Frau geltend, wurde sie zum Haftantritt in das Frauengefängnis Chemnitz bestellt.

Wie es nun weitergeht, bleibt ungewiss. Die Staatsanwaltschaft Halle hatte nach der Festnahme noch angenommen, dass die Entscheidung über die Auslieferung innerhalb weniger Wochen fallen würde. Doch bislang gibt es keine konkreten Anzeichen für eine baldige Überstellung.

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