Linksextremismus in NRW: Straftaten mehr als verdoppelt - Gewaltbereitschaft steigt deutlich
Die linksextreme Szene in Nordrhein-Westfalen zeigt sich zunehmend brutaler und gewaltbereiter. Aktuelle Zahlen des Innenministeriums belegen einen alarmierenden Anstieg politisch motivierter Straftaten im Bereich Linksextremismus. Die Entwicklung gibt Anlass zu ernster Sorge.
Dramatischer Anstieg der Straftaten
Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl linksextremer Straftaten im Jahr 2025 mehr als verdoppelt. Während 2024 noch 1187 Straftaten registriert wurden, zählten die Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr bereits 2418 Delikte. Dies entspricht einem satten Plus von 104 Prozent.
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Gewaltdelikten. Die Zahl der Gewalttaten durch politisch linksextremistisch motivierte Tatverdächtige stieg von 86 Taten im Jahr 2024 auf 153 Delikte in 2025. Das bedeutet einen deutlichen Anstieg um 78 Prozent.
Brutalere Körperverletzungen
Noch deutlicher zeigt sich die Eskalation bei Körperverletzungen. Hier schnellte die Zahl von 43 Straftaten in 2024 auf 83 Delikte in 2025 nach oben. Das entspricht einem Plus von 93 Prozent.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) kommentiert die Entwicklung gegenüber Medien: „Wir sehen: Die Gewaltbereitschaft im Linksextremismus hat deutlich zugenommen. Die Taten werden brutaler, professioneller, persönlicher.“
Angriffe auf kritische Infrastruktur
Wie im gesamten Bundesgebiet bildeten Angriffe auf die kritische Infrastruktur einen weiteren Schwerpunkt der linksextremen Szene. In diesem Zusammenhang registrierten die Behörden 2025 sechs gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr, 2024 waren es noch zwei gewesen.
Einige dieser Anschläge machten bundesweit Schlagzeilen, etwa der Brandanschlag auf die Strecke zwischen Duisburg und Düsseldorf im Sommer 2025. Bereits im Mai 2025 gab es zudem Anschläge auf drei Funkmasten in Erkrath, Hilden und Langenfeld.
Vielfältigere Szene-Strukturen
Der Innenminister betont, dass sich die Extremisten zunehmend vielfältiger organisieren. „Kommunistische Kleingruppen“ agierten neben „autonomen Szenen, die teils auch Kampfsport als ‚Selbstschutz‘ nutzen“.
Auch inhaltlich stelle sich das Milieu breiter auf: „Neben Klimaschutz stehen inzwischen viele Krisen gleichzeitig im Fokus.“ Reul warnt deutlich: „Wer unsere Gesellschaftsordnung ablehnt und aktiv gegen sie kämpft, ist eine Gefahr.“
Verfassungsschutz im Einsatz
Gemeinsam mit dem Leiter des Verfassungsschutzes, Jürgen Kayser, präsentierte Innenminister Reul das aktuelle „Lagebild Linksextremismus“. Die Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben alle Feinde der Demokratie im Blick und arbeiten intensiv an der Aufklärung der Straftaten.
Der Innenminister betont die Notwendigkeit eines „guten Überblicks“ über die Szene, um der zunehmenden Gewaltbereitschaft und Professionalisierung der Täter effektiv begegnen zu können. Die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen spiegelt dabei einen bundesweiten Trend wider, der die Sicherheitsbehörden vor wachsende Herausforderungen stellt.



