Louvre-Betrugsskandal: Millionen-Schaden durch gefälschte Tickets - Neun Festnahmen
Der berühmte Louvre in Paris steht erneut im Zentrum eines aufsehenerregenden Skandals. Die Pariser Justiz hat wegen des Verdachts eines großangelegten Betrugs mit Eintrittskarten neun Menschen festgenommen und über 1,4 Millionen Euro beschlagnahmt. Unter den Festgenommenen befinden sich Touristenführer, zwei Beschäftigte des Louvre sowie eine mutmaßliche Hauptorganisatorin des Netzwerks, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Jahrelanger Betrug mit systematischem Vorgehen
Die Festnahmen erfolgten am Dienstag dieser Woche. Am Freitag sollen die Verdächtigen dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Betrug soll nach Angaben der Ermittler über zehn Jahre angedauert haben. Der Louvre beziffert den entstandenen Schaden auf über zehn Millionen Euro. Die mutmaßlichen Täter sollen Teile dieser Summe in Immobilien sowohl in Frankreich als auch in Dubai investiert haben.
Das Museum hatte bereits Ende 2024 selbst bei der Polizei Alarm geschlagen, weil es die Existenz eines organisierten Netzwerks vermutete. Die Betrüger sollen Gruppenführungen organisiert haben, die die zulässige Höchstzahl von Personen überschritten, und für die zusätzlichen Teilnehmer überhöhte Preise berechnet haben – außerhalb des offiziellen Ticketverkaufs und zum eigenen Profit.
Mitarbeiter-Komplizenschaft und umfangreiche Ermittlungen
Die mutmaßlichen Täter sollen verschiedene Betrugsmethoden angewendet haben:
- Mehrfachverwendung von Tickets
- Verkauf gefälschter Eintrittskarten
- Organisation überbuchter Gruppenführungen
- Berechnung überhöhter Preise
Museumsmitarbeiter sollen Geld dafür erhalten haben, die Gruppen nicht zu kontrollieren und so das illegale Vorgehen zu ermöglichen. Um den mutmaßlichen Betrügerring zu überführen, setzten die Fahnder auf umfangreiche Überwachungsmaßnahmen und Abhöraktionen.
Bei Razzien wurden mehr als 957.000 Euro in bar beschlagnahmt, darunter 67.000 Euro in ausländischer Währung, sowie 486.000 Euro auf verschiedenen Bankkonten. Ermittlungen zu einem möglichen Ticketbetrug fanden auch im Schloss von Versailles statt, was auf ein möglicherweise weiter verzweigtes Netzwerk hindeutet.
Strengere Kontrollen und technische Maßnahmen geplant
Das Museum hat als Reaktion auf den Skandal einen Plan zur Betrugsbekämpfung angeschoben. Eine Louvre-Sprecherin erklärte, dieser umfasse strengere Kontrollen und technische Maßnahmen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Der aktuelle Fall reiht sich in mehrere jüngere Vorfälle am Louvre ein. Erst im Oktober kam es zu einem spektakulären Einbruch, bei dem acht Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro entwendet wurden. Im November musste eine Galerie wegen technischer Schäden geschlossen werden. Die jüngsten Festnahmen unterstreichen die anhaltenden Sicherheitsherausforderungen, denen eines der weltweit berühmtesten Museen gegenübersteht.



