Marius-Prozess in Oslo: Chatnachrichten enthüllen Gewalt und Hass
Der Marius-Prozess in Oslo erreicht am 14. Verhandlungstag einen neuen Höhepunkt. Marius Borg Høiby (29), Stiefsohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, setzt seine Aussage fort, während belastende Chatnachrichten und Tonaufnahmen seine Beziehung zu Ex-Freundin Nora Haukland (29) als eine Mischung aus Liebe, Gewalt und Hass offenbaren.
Verzweifelte Hilferufe an die Kronprinzessin
Nora Haukland schilderte am gestrigen Dienstag vor Gericht einen besonders brisanten Vorfall. In einem verzweifelten Moment, als Marius unter der Dusche war, brach sie zusammen und wandte sich an Kronprinzessin Mette-Marit (52) und Kronprinz Haakon (52). „Ihr müsst ihm jetzt helfen. Seht ihr nicht, dass er Hilfe braucht?“ Ihre Bitte wurde jedoch mit den Worten „Das ist nicht deine Verantwortung“ abgewiesen. Haukland forderte einen Reha-Aufenthalt für Marius, den Mette-Marit zunächst zustimmte, später aber wieder verwarf.
Bemerkenswert: Weder Kronprinzessin Mette-Marit noch Kronprinz Haakon sind als Zeugen in dem Strafprozess geladen und müssen nicht vor Gericht aussagen.
Tonaufnahmen belegen gewalttätige Ausbrüche
Im Fokus der heutigen Verhandlung stehen sichergestellte Mediendateien und Chat-Kommunikation zwischen Nora Haukland und Marius. Eine Tonaufnahme, die Haukland selbst von einem Übergriff anfertigte, dokumentiert Marius' aggressive Ausbrüche. Darin ist zu hören: „Du bist ein verdammter Drecksack, eine verlogene verdammte H***“ und „Ich habe dich hart geschlagen“.
Nora Haukland räumte ein, die Aufnahme bewusst als Beweis für Marius' Gewalttätigkeit angefertigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt 15 verbale und körperliche Übergriffe auf Haukland während der einjährigen Beziehung angeklagt.
Marius in U-Haft – 16 Jahre Haft drohen
Marius Borg Høiby sitzt derzeit in Untersuchungshaft und muss sich zu den Vorwürfen seiner Ex-Freundin äußern. Ihm drohen bis zu 16 Jahre Haft. Nora Haukland ist das einzige mutmaßliche Opfer, das im Prozess namentlich genannt werden darf. Ihre Aussagen beschreiben ein Muster von Gewalt, das sie teilweise mit sichtbaren Blessuren zurückließ.
Die heutige Verhandlung konzentriert sich auf:
- Marius' Reaktion auf Hauklands Aussagen vom Dienstag
- Die Auswertung der Chatnachrichten und Tonaufnahmen durch die Polizei
- Die Rolle des leitenden Kriminalbeamten bei der Sicherung der Beweise
Die Stimmung im Gerichtssaal bleibt aufgeheizt, während die norwegische Öffentlichkeit gespannt auf die weiteren Entwicklungen in diesem hochkarätigen Prozess blickt.



