Niels Högel: Mindesthaftzeit von 28 Jahren für Mordserie bestätigt
Högel: Mindesthaftzeit 28 Jahre für Mordserie

Niels Högel muss mindestens 28 Jahre Haft verbüßen

Der ehemalige Krankenpfleger Niels Högel, der wegen der Tötung von 85 Patienten verurteilt wurde, muss weiterhin eine lebenslange Freiheitsstrafe absitzen. Das Landgericht Oldenburg hat entschieden, dass die Mindestverbüßungsdauer auf 28 Jahre festgesetzt bleibt. Ein Antrag Högels, diese Frist zu verkürzen, wurde abgelehnt.

Gericht begründet Entscheidung mit Schwere der Schuld

In seiner Begründung verwies das Gericht auf die außerordentliche Schwere der Schuld. Die Richter berücksichtigten dabei:

  • Die hohe Zahl der Morde an Patienten auf Intensivstationen.
  • Die Persönlichkeit und Entwicklung des Verurteilten seit seiner letzten Verurteilung.
  • Die Umstände der Taten, bei denen Högel Patienten vergiftete, um sie dann wiederzubeleben.

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Högel kann sofortige Beschwerde einlegen, über die das Oberlandesgericht Celle entscheiden würde.

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Hintergrund der Mordserie

Högel hatte zwischen 2000 und 2005 in Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst gehandelt. Seine Methode:

  1. Er vergiftete Patienten auf Intensivstationen mit Medikamenten.
  2. Anschließend versuchte er, sie wiederzubeleben – oft erfolglos.

Die Mordserie wurde trotz früherer Verdachtsmomente erst mit jahrelanger Verspätung vollständig aufgeklärt. In mehreren Prozessen zwischen 2006 und 2019 wurde Högel schließlich für 85 Morde verurteilt.

Was die Mindesthaftzeit bedeutet

Die Festsetzung auf 28 Jahre bedeutet nicht, dass Högel danach automatisch entlassen wird. Vielmehr stellt sie einen Rahmen für die weitere Vollstreckung dar. Vor einer möglichen Entlassung müsste geprüft werden, ob Högel weiterhin eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt. Dazu wäre ein psychiatrisches Gutachten erforderlich.

Högel befindet sich seit 2009 im Strafvollzug. Der aktuelle Beschluss bezieht sich auf seine Verurteilung zu lebenslanger Haft im Jahr 2019. Bereits im August 2022 hatte er 15 Jahre Haft verbüßt, zog damals aber einen Antrag auf Haftentlassung zurück.

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