Sechsjährige aus Freizeitbad gelockt und missbraucht: Täter zu fast fünf Jahren Haft verurteilt
Mädchen aus Bad gelockt: Täter zu fast 5 Jahren verurteilt

Schockierende Tat im Europa-Park: Sechsjährige aus Wasserwelt gelockt und missbraucht

Das Landgericht Freiburg hat am Mittwoch einen 31-jährigen Mann wegen schweren Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Der schockierende Fall ereignete sich bereits am 9. August 2025 im bekannten Erlebnisbad Rulantica, der Wasserwelt des Europa-Parks in Rust in Baden-Württemberg.

Das perfide Vorgehen des Täters

Der Rumäne Adrian V. nutzte die Verzweiflung des sechsjährigen Mädchens aus, das im Freizeitbad seine Eltern suchte. Wie Aufnahmen von Überwachungskameras belegen, lockte der 31-Jährige das Kind aus dem Badbereich nach draußen. In einem nahegelegenen Maisfeld missbrauchte er das Mädchen. Als sich das Kind wiederholt wehrte, warf der Täter es schließlich in ein Gebüsch an einer Straße und ließ es dort zurück.

Erst etwa zwei Stunden später wurde das verängstigte Mädchen in Badebekleidung im fünf Kilometer entfernten Kappel-Grafenhausen entdeckt. Die Sechsjährige war mit sichtbaren Schürfwunden durch Wald- und Feldgebiete geirrt, bis ein aufmerksamer Lkw-Fahrer sie bemerkte und Hilfe holte.

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Geständnis und Flucht des Täters

Zum Prozessauftakt wurde Adrian V. in Hand- und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt. Der Angeklagte räumte sämtliche Vorwürfe ein und ließ über seinen Verteidiger erklären: „Ich bereue zutiefst, was geschehen ist, und möchte mich bei den Eltern und dem Mädchen aufrichtig entschuldigen.“ Der Paketlieferant gab an, am Tattag erhebliche Mengen Alkohol und Kokain konsumiert zu haben, betonte jedoch, dass dies sein verwerfliches Verhalten nicht entschuldigen könne.

Besonders erschütternd: Der Täter hatte dem missbrauchten Mädchen sogar Kokain angeboten und es aufgefordert, die Droge zu konsumieren. Das Kind weigerte sich standhaft und ließ das Pulver zu Boden fallen.

Traumatisierte Opfer und kritische Eltern

Nach der Tat hatte sich Adrian V. umgehend nach Rumänien abgesetzt, wo er in seinem Heimatdorf Lugașu de Jos festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert wurde. Das nun verkündete Strafmaß von vier Jahren und neun Monaten Haft war zwischen den Prozessbeteiligten bereits im Vorfeld vereinbart worden – unter der Voraussetzung eines vollumfänglichen Geständnisses.

Der Nebenklagevertreter schilderte vor Gericht die anhaltenden Folgen für das Opfer: Das entführte Mädchen leide noch heute schwer unter dem Geschehenen und sei tief traumatisiert. Das Urteil ist derzeit noch nicht rechtskräftig.

Die Eltern des Mädchens kritisierten den Europa-Park scharf und warfen dem Freizeitpark vor, ihnen nach der Tat nicht ausreichend geholfen zu haben. Der Park teilte auf Nachfrage lediglich mit, man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

Als Reaktion auf den schrecklichen Vorfall hat der Europa-Park nach eigenen Angaben die Sicherheitsvorkehrungen im Erlebnisbad Rulantica deutlich verschärft. Unter anderem werden Eltern nun intensiver sensibilisiert und können spezielle Armbänder mit ihrer Telefonnummer für ihre Kinder erhalten. Zudem wurden die Kontrollen beim Ein- und Auslass erweitert und verstärkt.

Das 2019 eröffnete Erlebnisbad Rulantica gilt als eine der modernsten Wasserwelten Europas und zieht jährlich hunderttausende Besucher an. Der aktuelle Fall wirft jedoch ernste Fragen zur Sicherheit von Kindern in großen Freizeiteinrichtungen auf.

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