Berlin: Mehr rassistische Propaganda und Beleidigungen registriert
Mehr rassistische Propaganda in Berlin registriert

In Berlin ist die Zahl gemeldeter rassistischer und rechtsextremer Propagandadelikte im vergangenen Jahr gestiegen. Die Berliner Register, eine zivile Dokumentationsstelle, erfassten 8.286 Vorfälle – ein deutlicher Anstieg gegenüber 7.720 im Jahr 2024 und 5.286 im Jahr 2023. Ob die Zunahme auf eine tatsächliche Zunahme solcher Taten zurückgeht oder auf eine höhere Meldebereitschaft von Opfern und Zeugen, lässt sich nicht eindeutig feststellen.

Propaganda dominiert die Statistik

Die häufigste Aktionsform war Propaganda, also die Verbreitung diskriminierender und rechtsradikaler Botschaften mittels Aufklebern, Schmierereien oder Flyern. Dies machte 65 Prozent aller gemeldeten Fälle aus. Daneben wurden 1.388 Bedrohungen, Beleidigungen und Pöbeleien (17 Prozent) sowie 423 direkte Übergriffe und Angriffe (5 Prozent) registriert.

Rassismus und Antisemitismus auf hohem Niveau

Ein Großteil der Vorfälle wird dem Bereich Rassismus zugeordnet: 2.320 Fälle, darunter verbale Beleidigungen gegen Frauen mit Kopftuch oder schwarze Menschen. Auch antisemitische Vorfälle blieben mit 1.705 Fällen auf einem anhaltend hohen Niveau. Zudem erreichten Fälle mit Bezügen zum Nationalsozialismus, wie Hakenkreuz-Graffiti, einen Höchststand von 1.054 Meldungen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ost-Berlin besonders betroffen

Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, werden vor allem im Osten Berlins angepöbelt und von Neonazis ins Visier genommen. Hier wurden 1.641 solcher Vorfälle gezählt. Auch queerfeindliche Vorfälle spielen mit 569 Fällen eine Rolle.

Die Berliner Register dokumentieren rechtsextreme und diskriminierende Vorfälle in den Bezirken und erfassen auch solche, die keine Straftaten darstellen oder nicht bei der Polizei angezeigt werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration