München – Ein tragischer Vorfall erschüttert die bayerische Landeshauptstadt: Ein dreijähriger Junge ist am späten Mittwochabend im Stadtteil Nymphenburg aus einem Fenster im vierten Stock eines Wohnhauses gestürzt und seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Polizei bestätigte den Tod des Kindes am Donnerstag.
Rettungskräfte finden schwer verletztes Kind auf Gehweg
Gegen 22:30 Uhr alarmierten Zeugen den Notruf, nachdem sie das leblos wirkende Kind auf einem Gehweg entdeckt hatten. Sofort eilten Rettungskräfte und Polizei zum Einsatzort. Der Junge wurde noch am Unfallort notärztlich versorgt und anschließend in eine Klinik gebracht, wo er jedoch wenig später seinen Verletzungen erlag.
Polizei findet geöffnetes Fenster und weiteren Säugling in Wohnung
Bei der Untersuchung der Unglücksstelle stellten die Beamten ein weit geöffnetes Fenster in der vierten Etage fest. Nach ersten Erkenntnissen war der Dreijährige vermutlich durch dieses Fenster gestürzt. Die Wohnungstür war verschlossen. Da die Einsatzkräfte aus der Wohnung die Schreie eines Kleinkindes hörten und niemand öffnete, entschlossen sie sich, die Tür gewaltsam zu öffnen.
In der Wohnung fanden die Beamten einen Säugling, der erst wenige Monate alt war. Das Baby war offenbar unverletzt, wurde aber von dem Geschehen sichtlich mitgenommen. Die Polizei übergab den Säugling zur Betreuung an die Nachbarn. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die Eltern des verunglückten Jungen, die zum Zeitpunkt des Unfalls nicht in der Wohnung anwesend waren.
Ermittlungen zur Unglücksursache dauern an
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um die genauen Umstände des Fenstersturzes zu klären. Bislang gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Die Beamten prüfen nun, ob es sich um ein tragisches Unglück oder möglicherweise um ein Verschulden der Aufsichtspflichtigen handelt. Die Familie wird von psychosozialen Fachkräften betreut.
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit von Fenstern in Haushalten mit Kleinkindern auf. Die Polizei appelliert an Eltern und Erziehungsberechtigte, Fenster stets mit geeigneten Sicherungen zu versehen, um derartige Unfälle zu verhindern.



