München bleibt sicherste Großstadt trotz alarmierender Gewaltstatistik
München sicherste Großstadt trotz Gewaltanstieg

München: Sicherste Großstadt mit düsteren Schattenseiten

Die bayerische Landeshauptstadt München hat zum 50. Mal in Folge den Titel als sicherste deutsche Großstadt mit über 200.000 Einwohnern verteidigt. Doch hinter dieser positiven Bilanz verbirgt sich eine alarmierende Entwicklung bei Gewaltverbrechen, die Experten und Bürger gleichermaßen beunruhigt.

Gesamtkriminalität sinkt leicht

Laut dem aktuellen Sicherheitsreport, der am Freitag im Polizeipräsidium vorgestellt wurde, ist die Zahl der angezeigten Straftaten in München im vergangenen Jahr von 100.338 auf 98.478 Fälle gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von 1,8 Prozent. Allerdings liegt München damit hinter dem bayernweiten Trend, wo die Kriminalitätsrate um 3,3 Prozent sank, wie Innenminister Joachim Herrmann von der CSU bekannt gab.

Besorgniserregende Zunahme bei Gewaltdelikten

Während die Gesamtzahl der Straftaten zurückging, stieg die Gewaltkriminalität um zwei Prozent auf 5.133 Fälle an. Besonders dramatisch entwickelten sich zwei Bereiche:

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Sexualdelikte: Schwere Sexualstraftaten wie Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung verzeichneten einen Anstieg um fast 23 Prozent. Im vergangenen Jahr erstatteten 383 Opfer Anzeige, während es 2024 lediglich 312 waren. Polizeipräsident Thomas Hampel betonte, dass in etwa drei Vierteln der Fälle eine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer bestand. Zufällige Übergriffe im öffentlichen Raum seien dagegen die Ausnahme.

Mord und Totschlag: Die Zahl der Fälle von Mord und Totschlag hat sich laut Kriminalstatistik fast verdreifacht. 2025 ermittelte das Kommissariat 11 in 45 Fällen, während es 2024 lediglich 26 waren. Dabei handelte es sich bei zwölf Taten um vollendete und bei 33 um versuchte Delikte. Das Polizeipräsidium wies jedoch darauf hin, dass 2024 mit 26 Fällen der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre erreicht worden war.

Öffentlicher Nahverkehr: Gemischte Bilanz

Im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs gab es einen Rückgang der angezeigten Straftaten um 11,7 Prozent auf 417 Fälle. Im U-Bahn-Bereich sank die Zahl der Delikte sogar um 13,5 Prozent auf 2.284 Fälle. Dennoch fühlen sich viele Münchnerinnen abends in Bussen, Bahnen und an Haltestellen unsicher. Sieben Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder schweren sexuellen Übergriffen wurden im ÖPNV registriert.

Zwei schockierende Einzelfälle

Zwei besonders tragische Ereignisse prägten das Sicherheitsgefühl in München im vergangenen Jahr:

Islamistisch motivierter Anschlag: Am 13. Februar 2025 lenkte ein Mann sein Auto in eine Verdi-Demonstration. Bei dem Angriff wurden 44 Menschen verletzt, eine Mutter und ihr zweijähriges Kind starben. Der Fahrer steht derzeit vor Gericht.

Familiendrama in der Lerchenau: Ein 57-jähriger Handwerker aus Starnberg zündete das Haus seiner Eltern in der Glockenblumenstraße an und hatte zuvor Sprengfallen deponiert. Der Mann erschoss sich anschließend am Lerchenauer See. Sein Vater starb, während Mutter und Tochter überlebten. In Drohbriefen hatte der Täter mit einem Anschlag auf das Oktoberfest gedroht, weshalb die Wiesn vorübergehend aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde.

Polizeipräsident Hampel betonte trotz der besorgniserregenden Entwicklungen: "Die Münchner Verkehrsmittel sind sicher." Die Sicherheitsbehörden stehen vor der Herausforderung, das positive Gesamtergebnis zu erhalten, während sie gleichzeitig den alarmierenden Anstieg bei schweren Gewaltdelikten bekämpfen müssen.

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