Neue schwere Vorwürfe gegen ehemalige RAF-Terroristin
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat eine umfassende Anklage gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette erhoben. Deutschlands oberste Strafverfolgungsbehörde wirft der 67-Jährigen schwerste Verbrechen vor, die während ihrer Zeit bei der Roten Armee Fraktion begangen worden sein sollen.
Umfangreiche Vorwürfe der Bundesanwaltschaft
Die Anklageschrift enthält eine Reihe gravierender Beschuldigungen gegen Klette. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr konkret vor:
- Zweifachen versuchten Mord
- Beteiligung an versuchten und vollendeten Sprengstoffanschlägen
- Erpresserischen Menschenraub
- Besonders schweren Raub in Mittäterschaft
Die Vorwürfe beziehen sich auf RAF-Anschläge zwischen 1990 und 1993, die in Bonn sowie im südhessischen Eschborn und Weiterstadt stattgefunden haben sollen. Klette gehörte der sogenannten dritten Generation der RAF an, einer linksterroristischen Vereinigung, deren Mitgliedschaft mittlerweile verjährt ist.
Parallel laufendes Verfahren in Verden
Gegen Daniela Klette läuft bereits seit Anfang März 2025 ein separates Strafverfahren am Landgericht Verden. In diesem Prozess geht es um den Verdacht schwerer Raubüberfälle, die zwischen 1999 und 2016 – also nach der offiziellen Auflösung der RAF im Jahr 1998 – begangen worden sein sollen.
Die Bundesanwaltschaft hat ihre Anklage nun unabhängig von diesem laufenden Verfahren erhoben. Zuerst hatten Medien wie die Süddeutsche Zeitung, der NDR und der WDR über die neuen Vorwürfe berichtet.
Entscheidung über Prozessbeginn steht aus
Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main muss nun entscheiden, ob und wann es zu einem Prozess aufgrund der neuen Anklage kommt. Diese Entscheidung wird mit Spannung erwartet, da es sich um einen der letzten großen RAF-Prozesse handeln könnte.
Die Bundesanwaltschaft betont in ihrer Mitteilung, dass es sich bei den jetzt erhobenen Vorwürfen um Verbrechen handelt, die Klette während ihrer aktiven Zeit bei der RAF begangen haben soll. Die Behörde legt besonderen Wert auf die Aufklärung dieser historischen Terroranschläge.



