Brandenburg: Polizei gründet Spezialgruppe gegen steigende Wohnungseinbrüche
Polizei-Spezialgruppe gegen Wohnungseinbrüche in Brandenburg

Brandenburgs Polizei reagiert mit neuer Spezialeinheit auf Einbruchswelle

Die Polizei in Brandenburg hat angesichts eines deutlichen Anstiegs bei Wohnungseinbrüchen eine neue operative Gruppe ins Leben gerufen. Diese soll künftig schneller auf Einbruchsserien von organisierten Tätern reagieren können. Im Jahr 2025 verzeichnete das Bundesland insgesamt 3.164 Wohnungseinbruchdiebstähle – das entspricht einem alarmierenden Plus von 23,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Operatives Info-Board für schnellere Fahndung

Polizeipräsident Oliver Stepien erläuterte im Innenausschuss des Landtages, dass vorhandene Daten bei den Polizeidienststellen künftig deutlich schneller ausgewertet werden sollen. Dafür wird beim Polizeipräsidium ein sogenanntes „operatives Info-Board“ zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen aufgebaut. Dieses landesweit zusammengesetzte Gremium innerhalb der Polizei analysiert Tatmuster und Bewegungsprofile, um festzustellen, wo verstärkte Präsenz und gezielte Fahndungsmaßnahmen notwendig sind.

Innenminister Jan Redmann (CDU) betonte die Dringlichkeit dieser Maßnahmen: „Die Entwicklung bei Wohnungseinbrüchen bereitet große Sorgen. Sie löst eine erhebliche Beeinträchtigung bei den Opfern aus, weil diese sich in ihrer eigenen Wohnung nach der Tat nicht mehr sicher fühlen.“ Redmann wies darauf hin, dass die psychologischen Folgen für die Betroffenen oft schwerwiegender seien als der materielle Schaden.

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Hochorganisierte Täter hinterlassen kaum Spuren

Die Ermittler stehen vor besonderen Herausforderungen: Bei den Taten handelt es sich laut Polizeipräsident Stepien häufig um hochorganisierte und professionell agierende Einbrecherbanden. Diese Täter operieren typischerweise vermummt und wählen gezielt leere Wohnhäuser aus, wodurch herkömmliche Abwehrmaßnahmen wie Videokameras oft wirkungslos bleiben. Zudem hinterlassen sie kaum verwertbare Spuren, was die Ermittlungsarbeit erheblich erschwert.

Besonders betroffen von der Einbruchswelle ist der Berliner Speckgürtel, wo die Zahl der Delikte besonders stark angestiegen ist. Die neue Polizeigruppe soll durch ihre Analysetätigkeit frühzeitige Entwicklungen erkennen und so präventiv eingreifen können, bevor sich Einbruchsserien weiter ausbreiten.

Die Einrichtung des operativen Info-Boards markiert einen strategischen Schritt der Brandenburger Polizei, um der zunehmenden Professionalisierung der Täter besser begegnen zu können. Durch die gebündelte Auswertung von Daten und die koordinierte Einsatzplanung erhoffen sich die Behörden eine spürbare Verbesserung der Aufklärungsquote und eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Täter.

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