Großrazzia gegen Neonazi-Händler: Tausende verbotene Artikel beschlagnahmt
In einer großangelegten Polizeiaktion gegen die rechtsextreme Szene haben Ermittler einen umfangreichen Neonazi-Shop zerschlagen. Bei Durchsuchungen in fünf Bundesländern und der Schweiz wurden am vergangenen Donnerstag tausende verbotene Artikel sichergestellt, darunter Hitler-Figuren, Hakenkreuz-Merchandise und volksverhetzende Musik.
Internationales Hass-Netzwerk ausgehoben
Die Ermittlungen der Polizeidirektion Göttingen laufen bereits seit Februar 2025 und führten zu einem international agierenden Netzwerk. Im Zentrum der Untersuchungen steht ein 43-jähriger Hauptangeklagter, der zeitweise seinen Wohnsitz in der Schweiz angemeldet hatte. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor, der unter Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.
Staatsanwalt Andreas Buick erklärte: „Wir ermitteln jetzt auch, welchen Umfang der betriebene Handel angenommen hat.“ Die Gruppe soll mit volksverhetzender rechtsextremer Musik, Szeneartikeln sowie Symbolen verbotener Organisationen gehandelt haben. Dazu zählen unter anderem Produkte der in Deutschland verbotenen Gruppierungen „Blood & Honour“ und „Combat 18“.
Umfangreiche Beweissicherung bei elf Objekten
Bei den Durchsuchungen von elf Objekten stellten die Ermittler neben den ideologischen Artikeln auch gefährliche Gegenstände sicher:
- Tausende Tonträger mit rechtsextremer Musik
- Unzählige Szeneartikel wie Hitler-Figuren und Hakenkreuz-Merchandise
- Dopingpräparate und Schlagringe
- Eine Schreckschusspistole sowie Sprengkörper
In Thüringen geriet eine Lagerhalle ins Visier, die als Treffpunkt der rechtsextremen Szene galt. Der Hauptangeklagte soll die Ware entweder aus dem Ausland beschafft oder selbst hergestellt haben. Mindestens fünf weitere Beschuldigte habe er in den illegalen Handel eingebunden.
Monatelange verdeckte Ermittlungen
Polizeisprecherin Natalia Bornemann-Zarczynska betonte: „Die Polizeidirektion Göttingen führt seit Februar 2025 ein verdecktes Ermittlungsverfahren.“ Auf die Spur kamen die Ermittler dem Hauptbeschuldigten durch Erkenntnisse aus Ermittlungen gegen ein rechtsextremes Musiknetzwerk im Raum Oldenburg. Von dort führte die Spur weiter – bis nach Göttingen und schließlich in die Schweiz.
Die Beschuldigten lagerten die illegalen Produkte und verkauften sie im Auftrag des Hauptangeklagten weiter – so der Vorwurf der Ermittler. Die jetzt sichergestellten Artikel stellen nach Angaben der Behörden nur einen Bruchteil des tatsächlichen Handelsvolumens dar.
Die Koordination des Zugriffs erfolgte durch Staatsanwaltschaft und Kriminalinspektion im Landkreis Göttingen. Die Aktion zeigt, wie weit das Hass-Netzwerk der rechtsextremen Szene reicht und mit welcher Professionalität hier illegaler Handel betrieben wurde.



