Bundesweite Polizeiaktion gegen Hass im Netz: Fake-Video mit Merz-Erschießung
Polizeiaktion gegen Hasspostings: Fake-Video mit Merz

Bundesweite Polizeiaktion gegen Hass im Internet

In einer koordinierten Aktion sind die Ermittlungsbehörden am Mittwoch bundesweit gegen Hasspostings im Internet vorgegangen. Insgesamt wurden in 140 Strafverfahren Maßnahmen ergriffen, um der zunehmenden Kriminalität im digitalen Raum entgegenzuwirken. Die Einsätze wurden durch das Bundeskriminalamt koordiniert und zielten darauf ab, Beschuldigte dafür zu sensibilisieren, dass auch Straftaten im Internet reale Konsequenzen nach sich ziehen.

Durchsuchung in Mecklenburg-Vorpommern wegen manipuliertem Video

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim durchsuchten Polizeibeamte die Wohnung eines 34-jährigen Mannes. Dieser soll ein manipuliertes Video mit Gewaltfantasien gegen Bundeskanzler Friedrich Merz im Internet verbreitet haben. Laut einem Sprecher des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern zeigte das Video, „in dem Friedrich Merz mit Gewehren erschossen wird“. Handy und Laptop des Tatverdächtigen wurden beschlagnahmt.

Gegen den Mann wird wegen der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ermittelt. Zudem wird ihm die Verbreitung von volksverhetzenden Bildern in sozialen Medien vorgeworfen. Die politische Motivation hinter der Tat ist nach Angaben der Ermittler noch unklar.

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Weitere Verfahren in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen

In Mecklenburg-Vorpommern laufen nach LKA-Angaben drei weitere Verfahren mit mehreren Beschuldigten. Dabei geht es um den Vorwurf der Volksverhetzung sowie die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. In Thüringen fanden im Rahmen der Aktion 18 Durchsuchungen oder Befragungen statt.

Die Ermittlungen zeigen, dass Hasspostings ein bundesweites Problem darstellen. Etwas mehr als die Hälfte der 140 Fälle wird dem Bereich rechtsextremistischer Kriminalität zugeordnet. In einem konkreten Fall sollen mehrere Personen auf Fotos den Hitlergruß vor einer Hakenkreuzfahne gezeigt haben.

Breites Spektrum an Straftaten im Fokus

Neben rechtsextremistisch motivierten Taten umfassen die Ermittlungen auch Fälle von linksextremistischer Kriminalität sowie Straftaten, die auf religiöser oder ausländischer Ideologie basieren. Dies unterstreicht die Vielfalt der Bedrohungen, mit denen die Behörden im digitalen Raum konfrontiert sind.

Die Aktion verdeutlicht die Entschlossenheit der Strafverfolgungsbehörden, gegen Hass und Hetze im Internet vorzugehen. Durch die Beschlagnahmung von Beweismitteln wie elektronischen Geräten sollen weitere Ermittlungen ermöglicht und potenzielle Täter zur Verantwortung gezogen werden.

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