Der ZDF-Sportchef Yorck Polus hat im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) Hasskommentare im Internet gegenüber Fernsehkommentatorinnen scharf verurteilt. „Das macht mich fassungslos und ich frage mich: Was geht da in den Köpfen vor, die sich in der Anonymität verstecken und Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder wegen ihrer Stimme beschimpfen“, sagte er im Gespräch mit dem SID.
Claudia Neumann erneut im Einsatz
Bereits bei vergangenen Großereignissen wurde die ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann im Netz auf sexistische Weise beleidigt. Neumann wird auch bei der WM im kommenden Sommer für den Mainzer Sender tätig sein. Polus betonte, dass es den Verfassern der Diffamierungen meist nicht um sachliche Kritik gehe: „Es geht nicht darum, über Fehler zu diskutieren, die jedem Kommentator, jeder Kommentatorin in der Live-Situation mal unterläuft.“ Er ergänzte: „Ich gehe sehr gerne direkt in die Diskussion mit Menschen, die Kritik an unseren Übertragungen äußern. Doch gerade bei diesen anonymen Beleidigungen ist etwas völlig aus dem Ruder gelaufen.“
Weitere Frauen im ZDF-WM-Team
Das ZDF setzt bei der WM auf ein Team mit zahlreichen Frauen. So wird Katrin Müller-Hohenstein das WM-Studio in Berlin moderieren, während Lili Engels als Moderatorin im Quartier der deutschen Nationalmannschaft in Winston-Salem, North Carolina, fungiert. Das ZDF überträgt gemeinsam mit der ARD 30 WM-Partien. Die Rechte für alle 104 Spiele hält in Deutschland MagentaTV, der Streamingdienst der Deutschen Telekom.
Zufriedenheit mit den TV-Rechten
„Das Paket mit 60 WM-Spielen, das ARD und ZDF gemeinsam erworben haben, passt für uns“, erklärte Polus zur Rechtevergabe. Der 55-Jährige kritisierte die Erwartungen der FIFA: Der Weltverband habe angenommen, durch die Aufstockung von 64 auf 104 Spiele deutlich mehr Geld zu erwirtschaften. „Am deutschen Markt hat das nicht wirklich geklappt. Mit der Erhöhung der Quantität ist nicht unbedingt bessere Qualität bei den Spielen zu erwarten.“ Laut Medienberichten sollen die öffentlich-rechtlichen Sender für die Sublizenzen zur Übertragung der 60 Partien zusammen 152 Millionen Euro an die Deutsche Telekom gezahlt haben.



