Münchner Prozess: Bande klaut Eheringe und Alien-Goldmünzen aus Paketfahrzeugen
Vor dem Landgericht München steht ein 60-Jähriger wegen schweren Bandendiebstahls und besonders schweren Diebstahls vor Gericht. Der Mann legte zum Prozessauftakt ein vollumfängliches Geständnis ab. Sein Verteidiger betonte, sein Mandant bedauere die Taten zutiefst und habe aus der Untersuchungshaft gelernt. Er strebe ein straffreies Leben mit seiner Familie in Spanien an.
Professionelle Bande mit europaweiten Aktivitäten
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, sich mit vier weiteren Personen zu einer professionellen Diebesbande zusammengeschlossen zu haben. Diese zeichnete sich durch detaillierte Vorbereitung, Ausspähen von Tatgelegenheiten und minutiös getaktete Ausführungen aus. Zwei Bandenmitglieder wurden bereits zu Haftstrafen von über fünf Jahren verurteilt, ein weiteres Mitglied bleibt unbekannt.
Die Bande reiste gezielt in Regionen wie Köln, Frankfurt, München und Erding, mietete Unterkünfte und beobachtete Luxusläden sowie Edelmetallhändler. Ihr Fokus lag darauf, Paketdienste auszuspionieren, die wertvolle Waren abholten.
Geknackte Tresore und wertvolle Beute
In einem Fall in Köln nutzte die Bande einen Stopp eines Kurierfahrers, um das Schloss eines geparkten Fahrzeugs aufzubohren und einen Tresor zu knacken. Darin fanden sie Luxusuhren im Wert von über 87.000 Euro. Die Beute umfasste insgesamt Goldmünzen, Barren, Schmuck und sogar persönliche Eheringe mit Gravur.
Besonders kurios: Unter den gestohlenen Goldmünzen befanden sich Motive wie Gorillas, Hasen, Tiger und Auerochsen. Sogar eine "Goldmünze Afrika Ghana Alien 2022" mit außerirdischem Motiv wurde erbeutet. Die Eheringe trugen die Lasergravur "Max & Erik", was auf ein verlobtes Paar hindeutet.
Internationale Verflechtungen und bisherige Verurteilung
Die Diebesbande verschickte das gestohlene Gut häufig nach Spanien und Frankreich, oft an einen Hehler in Barcelona. Der 60-jährige Angeklagte mit spanischer und ecuadorianischer Staatsbürgerschaft wurde bereits in Frankfurt am Main wegen schweren Bandendiebstahls zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt, die er verbüßt hat. Zuvor war er von Österreich nach Deutschland ausgeliefert worden.
Für den Münchner Prozess sind bis Ende März acht Verhandlungstage angesetzt. Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht haben eine Vereinbarung getroffen: Bei einem vollumfänglichen Geständnis akzeptiert der Angeklagte einen Strafrahmen zwischen drei Jahren und drei Jahren neun Monaten. Der Gesamtwert der erbeuteten Luxusgüter beläuft sich auf rund 359.000 Euro.



