Prozess um Horror-Crash: Ex-Freund soll Auto seiner früheren Partnerin absichtlich gerammt haben
Prozess: Ex-Freund soll Auto seiner Partnerin absichtlich gerammt haben

Prozess um Horror-Crash: Ex-Freund soll Auto seiner früheren Partnerin absichtlich gerammt haben

Vor dem Landgericht Neubrandenburg beginnt am Dienstag ein aufsehenerregender Prozess, der die Region in Atem hält. Ein 28-jähriger Mann aus dem Kosovo muss sich wegen versuchten Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Januar 2025 in einem Gewerbegebiet in Waren an der Müritz absichtlich mit seinem Auto frontal in den Wagen seiner ehemaligen Freundin gefahren zu sein.

Heimtückische Tat mit schwerwiegenden Folgen

Laut der detaillierten Anklage handelte der Beschuldigte „heimtückisch und mit gefährlichen Mitteln“. Er soll sein Fahrzeug auf etwa 78 Kilometer pro Stunde beschleunigt, dann nach links gelenkt und gezielt den Wagen der 44-jährigen Frau gerammt haben. Die Frau, die keine Möglichkeit zum Ausweichen hatte, erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Sie musste in ein künstliches Koma versetzt werden und leidet nach wie vor schwer unter den gesundheitlichen Folgen des Zusammenstoßes.

Die Verletzungen im Kopfbereich sind so gravierend, dass die Geschädigte heute kaum sprechen kann und keine Erinnerungen an den schweren Unfall haben soll. Auch der Angeklagte wurde bei dem Crash schwer verletzt, zog nach seiner Genesung jedoch nach Süddeutschland und schweigt bislang zu den Vorwürfen. Dies könnte den Prozess zu einem komplizierten Indizienverfahren machen.

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Von fahrlässiger Körperverletzung zu versuchtem Mord

Interessant ist der Ermittlungsverlauf: Die Behörden stuften den Vorfall zunächst als „fahrlässige Körperverletzung“ ein. Erst nach Vorlage mehrerer Gutachten wurde der 28-Jährige Ende 2025 im Kreis Emmendingen bei Freiburg in Untersuchungshaft genommen und nach Mecklenburg-Vorpommern überstellt. Die Anklage lautet nun auf versuchten Mord und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, da im Gewerbegebiet Waren Ost reger Verkehr herrschte.

Die Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenstraße musste nach dem Unfall für mehrere Stunden gesperrt werden, um die Bergungs- und Beräumungsarbeiten durchführen zu können. Den Einsatzkräften bot sich ein erschütterndes Bild: Ein wahres Trümmerfeld, bei dem der reine Sachschaden auf etwa 30.000 Euro geschätzt wurde. Die verletzte Frau wurde mit einem Rettungshubschrauber, der Mann mit einem Rettungswagen in verschiedene Krankenhäuser gebracht.

Acht Verhandlungstage und umfangreiche Gutachten

Für den Prozess sind bisher acht Verhandlungstage angesetzt. In diesem Rahmen sollen mehrere Gutachter umfassende Analysen vornehmen. Untersucht werden sollen:

  • Der Zustand der Fahrzeuge vor der Kollision
  • Das Fahrverhalten des Angeklagten
  • Der Chatverkehr in der als „on-off-Beziehung“ beschriebenen Verbindung
  • Die Schuldfähigkeit des 28-Jährigen

Mit einem Urteil wird am 6. Mai gerechnet. Der Fall wirft nicht nur ein Schlaglicht auf die Tragödie im Einzelfall, sondern auch auf die Dynamiken in gewalttätigen Beziehungen und die Herausforderungen der Justiz bei der Aufklärung solcher Vorfälle.

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