Prozess gegen 'Letzte Verteidigungswelle': Junge Rechtsextreme vor Gericht in Hamburg
Prozess gegen 'Letzte Verteidigungswelle' in Hamburg

Prozess gegen 'Letzte Verteidigungswelle': Junge Rechtsextreme müssen sich für Anschläge verantworten

In Hamburg hat am Oberlandesgericht ein bedeutender Prozess gegen Angehörige der rechtsextremen Terrorgruppe 'Letzte Verteidigungswelle' begonnen. Acht mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer, darunter mehrere Minderjährige, stehen wegen politisch motivierter Straftaten vor Gericht. Die Anklage wirft ihnen schwere Vergehen wie versuchten Mord, Verabredung zum Mord und gefährliche Körperverletzung vor.

Angriffe auf Flüchtlingsunterkunft und Kulturzentrum

Den allesamt männlichen Angeklagten werden konkrete Taten zur Last gelegt. Im Oktober 2024 sollen sie einen nächtlichen Brandanschlag auf ein Kulturzentrum in Brandenburg verübt haben, in dem auch Menschen wohnten. Im Januar 2025 feuerten sie nachts Feuerwerkskörper in eine Unterkunft für Geflüchtete im thüringischen Schmölln und hinterließen nationalsozialistische Symbole am Tatort. Laut Bundesanwaltschaft war es nur Zufall, dass niemand verletzt oder getötet wurde.

Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Nach der öffentlichen Anklageverlesung wurden Zuschauer für den weiteren Prozess ausgeschlossen. Das Gericht begründete dies mit dem jungen Alter einiger Angeklagter und dem sensiblen, persönlichen Charakter der Verhandlung. Erst das Urteil soll wieder öffentlich verkündet werden. Fünf der Verdächtigen wurden nach Razzien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen im Mai 2025 festgenommen, während andere bereits in Untersuchungshaft saßen.

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Ideologie und Hintergründe der Gruppe

Die Bundesanwaltschaft beschreibt die Mitglieder der 'Letzten Verteidigungswelle' als Anhänger einer völkisch-nationalistischen Gesinnung. Sie strebten angeblich den Zusammenbruch des demokratischen Systems an und sahen sich als letzte Instanz zur Verteidigung der 'Deutschen Nation'. Die Gruppe umfasst Jugendliche im Alter von 14 bis 22 Jahren, wobei die meisten noch in Untersuchungshaft sind. Dieser Fall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen durch rechtsextreme Gewalt in Deutschland.

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