Prozess gegen mutmaßlichen Milizenführer aus Syrien beginnt in Berlin
Prozess gegen mutmaßlichen Milizenführer in Berlin

Prozess gegen mutmaßlichen Milizenführer aus Syrien beginnt in Berlin

Knapp ein halbes Jahr nach seiner Verhaftung startet in Berlin ein bedeutendes Strafverfahren gegen einen mutmaßlichen Milizenführer aus Syrien. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mord erhoben. Der inzwischen 41-jährige Angeklagte soll im Jahr 2011 in Syrien als Mitglied einer Miliz schwere Gewalttaten begangen haben.

Vorwürfe der Gewalt und Folter in Aleppo

Nach den umfangreichen Ermittlungen der Behörden soll der Syrer als Anführer einer lokalen Gruppe der sogenannten Shabiha-Miliz agiert haben. Zwischen April und November 2011 sei er für gewaltsame Übergriffe auf regimekritische Demonstranten in der syrischen Stadt Aleppo verantwortlich gewesen. Der Vorwurf lautet, dass er und seine Milizionäre mit Stöcken wahllos auf Gegner des damaligen Präsidenten Bashar Al Assad eingeprügelt oder sie mit Elektroschockern attackiert hätten. Ein Mensch soll an den Folgen dieser brutalen Gewalt gestorben sein.

In mehreren Fällen soll der Angeklagte festgenommene Demonstranten dem syrischen Geheimdienst oder anderen Sicherheitskräften übergeben haben, wo sie wochen- oder monatelang gefoltert und misshandelt worden seien. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft geht von insgesamt acht Fällen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach dem Völkerstrafrecht aus. Der mutmaßliche Täter bestreitet die Vorwürfe jedoch vehement.

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Hintergrund und Verfahrensablauf

Der Mann wurde am 30. September 2025 in Berlin festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Er war vor mehr als zehn Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen und hatte 2015 als Flüchtling Asyl beantragt. In seiner Heimat soll er brutal gegen Landsleute vorgegangen und sie verraten haben, was nun vor Gericht verhandelt wird.

Der Prozess vor dem Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts beginnt am 27. März. Für das komplexe Verfahren hat das Gericht bislang 20 Verhandlungstage eingeplant. Die Anklage wirft dem Syrer vor, in seiner Rolle als Milizenführer Menschen misshandelt, verschleppt und in einem Fall auch getötet zu haben. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass der Angeklagte sich der Folgen seiner Handlungen bewusst war.

Dieser Prozess unterstreicht die Bedeutung der deutschen Justiz bei der Aufarbeitung internationaler Verbrechen und setzt ein starkes Signal für die Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen weltweit.

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