Prozess in München: Syrer wegen geplantem Sprengstoffanschlag vor Gericht
Vor dem Landgericht München I hat am 9. Februar 2026 der Prozess gegen einen 28-jährigen Syrer begonnen, dem die Planung eines Sprengstoffanschlags vorgeworfen wird. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, Anleitungen zum Bombenbau heruntergeladen und einen Anschlag auf eine Diskothek oder einen ähnlich belebten Ort beabsichtigt zu haben. Er ist unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und vorsätzlichen Besitzes einer verbotenen Waffe angeklagt.
Bombenmaterial in der Wohnung gefunden
Laut Anklage bewahrte der Syrer in seiner Wohnung im unterfränkischen Kolitzheim bei Schweinfurt neun Flaschen Brenngel und potenziell explosives Kaliumchlorat aus Streichholzköpfen auf. Zusätzlich wurden ein Butterflymesser und ein Schlagstock sichergestellt. Die Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft erklärte in ihrer Anklage, sein Plan sei gewesen, mit diesen Materialien eine unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung herzustellen, um einen Anschlag zu verüben und dabei eine Vielzahl von Personen zu töten.
Rechtsgespräch zu Prozessbeginn angeregt
Die Verteidiger des 28-Jährigen regten direkt zu Prozessbeginn ein Rechtsgespräch an, das typischerweise auf einen sogenannten Deal abzielt. In einem solchen Gespräch einigen sich Verteidigung, Anklagebehörde und Gericht auf einen Strafrahmen, innerhalb dessen das Urteil fallen kann. Voraussetzung dafür ist ein Geständnis des Angeklagten. Der Prozess wirft Fragen zur Sicherheitslage und zu möglichen terroristischen Bedrohungen in Deutschland auf und wird mit Spannung verfolgt.



