Prozessauftakt zu tödlichem Polizeieinsatz: Angeklagter gesteht Schüsse aus Angst
Prozess zu Polizistenmord: Angeklagter gesteht aus Angst

Prozessauftakt zu tödlichem Polizeieinsatz mit großem Andrang

Im Landgericht Saarbrücken hat der Prozess um den gewaltsamen Tod eines Polizeioberkommissars im saarländischen Völklingen begonnen. Der 19-jährige Angeklagte räumte vor Gericht ein, die tödlichen Schüsse auf den Beamten abgegeben zu haben. Sein Verteidiger Michael Rehberger erklärte zum Auftakt der Verhandlung, sein Mandant habe in panischer Angst um sein eigenes Leben gehandelt.

Flucht nach Tankstellenraub und tödliche Konfrontation

Nach einem besonders schweren Raubüberfall auf eine Tankstelle sei der junge Mann vor verfolgenden Polizeibeamten geflohen. Als ihn ein Polizist schließlich packte, sei er von einer unmittelbaren Festnahme ausgegangen. „Als dann ein zweiter Beamter direkt auf ihn zielte, hatte er panische Angst, erschossen zu werden“, schilderte Rechtsanwalt Rehberger die dramatischen Momente. In dieser Ausnahmesituation habe der Angeklagte mühelos die Dienstwaffe aus dem Holster des Polizeianwärters gezogen und mehrere Schüsse auf den 34-jährigen Polizeioberkommissar abgegeben, der später seinen Verletzungen erlag.

Emotionale Szenen im voll besetzten Gerichtssaal

Zum Verhandlungsbeginn waren sämtliche Besucherplätze im Landgericht Saarbrücken belegt. Als Nebenklägerin anwesend war die Witwe des getöteten Beamten, die während der Verfahrenseröffnung immer wieder mit den Tränen kämpfte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord, versuchten Mord und besonders schweren Raub vor. Laut Anklage habe der 19-Jährige im August 2025 alle 17 Schuss aus dem Magazin der Dienstwaffe abgefeuert, um seine Beteiligung an dem Überfall zu verdecken. Dabei seien die Mordmerkmale der Grausamkeit und Mordlust erfüllt worden.

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Angstzustände und psychische Belastungen des Angeklagten

Mit gesenktem Kopf und leiser Stimme machte der Angeklagte zu Prozessbeginn Angaben zu seiner Person. Er bestätigte die deutsche Staatsangehörigkeit und schilderte langjährige psychische Probleme. Seit der Grundschule leide er unter wiederkehrenden „schlechten Gedanken“ und regelmäßigen Angstzuständen, weswegen er medikamentös behandelt werde. Im vergangenen Jahr hätten diese belastenden Gedanken und Gefühle deutlich zugenommen. Bei der Tat wurde neben dem getöteten Polizeioberkommissar auch der Polizeianwärter verletzt, aus dessen Holster die Waffe entnommen worden war.

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