Schweriner verliert 866 Euro durch Puppenhaus-Betrug auf Kleinanzeigen
Ein 35-jähriger Mann aus Schwerin wollte eigentlich nur das Puppenhaus seiner Tochter für zehn Euro auf dem Online-Portal Kleinanzeigen verkaufen. Stattdessen geriet er in eine perfide Betrugsmasche und verlor knapp 900 Euro. Der Vorfall zeigt, wie schnell Nutzer von Plattformen wie Kleinanzeigen in die Falle von Kriminellen tappen können.
Link in E-Mail führt zu hohem finanziellen Schaden
Nachdem der Schweriner das Puppenhaus der Zeichentrickfigur Peppa Wutz eingestellt hatte, meldete sich schnell eine angebliche Interessentin. Als die Bezahlung über PayPal angeblich nicht funktionierte, schlug sie vor, stattdessen die Funktion Sicher bezahlen über das Portal zu nutzen. Der Verkäufer erhielt daraufhin eine E-Mail, mit der er die Zahlungsmethode bestätigen sollte – doch diese Nachricht stammte gar nicht von Kleinanzeigen.
„Auf den ersten Blick war das nicht ersichtlich“, sagt der betroffene Mann. Kurz nachdem er den Link in der Mail genutzt hatte, bemerkte er ungewöhnliche Aktivitäten auf seinem Konto. „Ich habe gut zehn Benachrichtigungen von meinem Push-TAN bekommen, dass immer 866 Euro abgebucht werden – einmal hat es funktioniert“, berichtet er. Das Geld war innerhalb kürzester Zeit weg. Er sperrte sofort sein Konto, informierte seine Bank und erstattete Anzeige bei der Polizei.
Polizei warnt vor Massendelikt mit hoher Reichweite
Nach Angaben der Polizeiinspektion Schwerin handelt es sich bei dieser Betrugsmasche um ein sogenanntes Massendelikt. „Es kann jeden treffen – junge Erwachsene genauso wie Ältere“, sagt Polizeisprecherin Juliane Zgonine. In dem aktuellen Fall sei auffällig gewesen, dass die E-Mail-Adresse der angeblichen Käuferin nicht aus Deutschland stammte. „Da sollte man bereits skeptisch werden“, rät sie.
Die Polizei gibt konkrete Hinweise, um sich zu schützen:
- Nutzen Sie die Bezahlfunktion innerhalb des Kleinanzeigen-Portals und weichen Sie nicht auf E-Mails oder externe Links aus.
- Geben Sie persönliche Daten niemals per Mail weiter.
- Prüfen Sie Käufer-Profile: Betrüger legen ihre Konten häufig erst kurz zuvor an.
- Achten Sie auf Warnzeichen wie ausländische E-Mail-Adressen oder Zeitdruck.
Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht bei Geldtransaktionen
Die Masche, auf die der Schweriner hereinfiel, ist nur eine von vielen Varianten des Online-Betrugs. Kriminelle geben sich als Käufer aus und schlagen vor, die Funktion Sicher bezahlen zu nutzen. Anschließend schicken sie dem Verkäufer einen Link zu einer gefälschten Internetseite, wo er Konto- oder Kreditkartendaten eingeben soll. Tatsächlich verschaffen sich die Täter so Zugriff und können Geld abbuchen oder Online-Einkäufe tätigen.
„Die Täter nutzen oft aus, dass viele Nutzer Kleinanzeigen nebenbei erledigen“, erklärt Juliane Zgonine. Häufig bauten sie zusätzlichen Zeitdruck auf, wodurch Warnzeichen leicht übersehen würden. Verbraucherschützer weisen darauf hin, bei Geldtransaktionen immer genau hinzusehen und verdächtige Anfragen zu hinterfragen.
Teure Erfahrung mit ungewissem Ausgang
Für den Schweriner bleibt der Vorfall eine teure Lektion. Noch hofft er, dass möglicherweise eine Versicherung für den Schaden von 866 Euro aufkommt. Das Puppenhaus, das er eigentlich verkaufen wollte, steht derweil weiterhin bei ihm zu Hause – ein stummer Zeuge eines Albtraums, der mit einem simplen Verkaufsversuch begann. Die Polizei ermittelt weiter und appelliert an alle Nutzer, wachsam zu bleiben und bei Verdacht sofort Meldung zu machen.



