Brandenburg verzeichnet deutlichen Anstieg queerfeindlicher Straftaten
Im Land Brandenburg hat die Polizei im vergangenen Jahr einen signifikanten Anstieg der gemeldeten Straftaten gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität registriert. Nach Angaben des brandenburgischen Innenministeriums wurden im Jahr 2025 insgesamt 115 solcher Delikte erfasst. Dies stellt einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr dar, als inklusive elf Nachmeldungen insgesamt 95 Taten verzeichnet wurden.
Innenministerium sieht verändertes Anzeigeverhalten als Ursache
Das Innenministerium hat in einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion eine Erklärung für die steigenden Zahlen geliefert. „Es ist ein Anstieg erkennbar, der unter anderem auf ein verändertes Anzeigeverhalten aufgrund von mehr Awareness und Vertrauen in Institutionen der Geschädigten zurückzuführen sein könnte“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme. Demnach könnten die höheren Zahlen nicht zwangsläufig eine Zunahme der tatsächlichen Taten bedeuten, sondern vielmehr eine größere Bereitschaft der Betroffenen, solche Vorfälle bei den Behörden anzuzeigen.
Behörden intensivieren Sensibilisierungsmaßnahmen
Die brandenburgischen Sicherheitsbehörden haben ihre Bemühungen zur Sensibilisierung für dieses Problem deutlich verstärkt. Dies geschieht durch verschiedene Maßnahmen:
- Teilnahme an Informationsveranstaltungen und Netzwerkarbeit mit queeren Organisationen
- Spezifische Sensibilisierungsmaßnahmen innerhalb der Polizei des Landes Brandenburg
- Schulungen und Fortbildungen für Mitarbeiter anderer Sicherheitsbehörden
- Intensivierte Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung des Vertrauens in staatliche Institutionen
Hasskriminalität als Einschüchterungsinstrument
Das Innenministerium betont, dass Hasskriminalität die massivste Ausdrucksform gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit darstellt. Solche Straftaten zielen nicht nur auf einzelne Personen als Individuen ab, sondern haben zusätzlich das Ziel, ganze Bevölkerungsgruppen einzuschüchtern und zu verängstigen. Die queerfeindliche Hasskriminalität kann sich dabei gegen verschiedene Zielgruppen richten:
- Einzelpersonen aus der LGBTQI+-Community
- Institutionen und Organisationen, die sich für queere Belange einsetzen
- Vereine und Einrichtungen mit Bezug zur queeren Community
Im Jahr 2025 wurden solche Vorfälle in mehreren brandenburgischen Landkreisen registriert, was die flächendeckende Dimension des Problems unterstreicht.
Vorläufige Zahlen mit möglichen Nachmeldungen
Bei den aktuell veröffentlichten Zahlen handelt es sich um vorläufige Angaben, die sich durch laufende Ermittlungen und mögliche Nachmeldungen noch erhöhen könnten. Diese Praxis ist nicht ungewöhnlich, wie das Beispiel aus dem Jahr 2024 zeigt, für das insgesamt elf Nachmeldungen eingingen. Die Delikte richten sich gegen verschiedene Gruppen innerhalb der queeren Community:
- Schwule und Lesben
- Bisexuelle Personen
- Transgender-Menschen
- Intersexuelle Personen
Das Innenministerium betont die Bedeutung einer genauen Erfassung und Aufklärung aller Vorfälle, um sowohl die Präventionsarbeit zu verbessern als auch den Betroffenen angemessene Unterstützung zukommen zu lassen. Die kontinuierliche Dokumentation solcher Straftaten bildet die Grundlage für gezielte Maßnahmen gegen queerfeindliche Hasskriminalität im Land Brandenburg.



