Rechtsextreme Sabotageakte gegen Ramadan-Beleuchtung in Freiburg
Die festliche Beleuchtung, die in Freiburg anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan installiert wurde, ist innerhalb kurzer Zeit zweimal gezielt beschädigt worden. Nach den Vorfällen am vergangenen Wochenende hat nun der Staatsschutz der Polizei die Ermittlungen übernommen. Die Hintergründe werden intensiv geprüft, wobei ein politisches Motiv als wahrscheinlich gilt.
Zwei Vorfälle innerhalb weniger Tage
Bereits am Samstag beobachtete eine Zeugin einen vermummten Mann, der sich an den Kabeln der Lichtinstallation zu schaffen machte. Trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen konnte der Tatverdächtige nicht gefasst werden. Nur einen Tag später, am Sonntag, kam es zu einem weiteren Vorfall: Drei Männer brachten ein Banner an der Festbeleuchtung an, um den Schriftzug zu verdecken. Eine Zeugin berichtete zudem, dass sich die Beteiligten während der Aktion gefilmt hätten. Die Polizei stellte das Banner sicher und leitete umgehend weitere Ermittlungen ein.
Identitäre Bewegung bekennt sich zu den Taten
Kurz nach dem Zwischenfall am Sonntag reklamierte die als rechtsextrem eingestufte Identitäre Bewegung die Aktion in sozialen Netzwerken für sich. Ein Sprecher der Polizei bestätigte, dass dieses Bekennerschreiben bekannt sei. Bislang gab es noch keine Festnahmen, die Ermittlungen laufen jedoch auf Hochtouren. Der Vorfall sorgt insbesondere in der muslimischen Gemeinschaft für erhebliche Verunsicherung und Angst.
Große Verunsicherung unter muslimischen Frauen
Senay Awad vom Sozialdienst muslimischer Frauen berichtet von einer großen Angst unter den Betroffenen. Viele muslimische Frauen hätten eigene Fluchterfahrungen gemacht, wodurch durch solche Vorfälle traumatische Erinnerungen wachgerufen würden. Die gezielten Sabotageakte werden als Angriff auf die religiöse Freiheit und das friedliche Zusammenleben empfunden.
Oberbürgermeister Horn verurteilt die Angriffe scharf
In diesem Jahr hatte Freiburg als erste Stadt in Baden-Württemberg eine öffentliche Beleuchtung zum Ramadan installiert – ein Zeichen der Anerkennung und des Respekts. Der Vorfall sorgt daher über die Stadtgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit und Empörung. Der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn hat sich deutlich gegen die beiden Sabotageakte geäußert. Solche Aktionen zielen auf Spaltung, betonte er, doch die Stadt werde das nicht zulassen. Die Vorfälle würden aufs Schärfste verurteilt und stünden im Widerspruch zu den Werten einer offenen und toleranten Gesellschaft.
Die Ermittlungen des Staatsschutzes konzentrieren sich nun auf die Aufklärung der Tatumstände und die Identifizierung der Täter. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe und bittet Zeugen, sich zu melden. Der Vorfall unterstreicht die anhaltende Herausforderung durch rechtsextreme Gruppierungen, die gezielt das friedliche Miteinander in der Gesellschaft stören wollen.



