Berlin - Die Bedrohung durch Ransomware-Angriffe in Deutschland nimmt weiter zu. Das zeigt das aktuelle Bundeslagebild Cybercrime des Bundeskriminalamts (BKA). Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 1.041 Fälle von Ransomware und anderen Formen erpresserischen Datendiebstahls angezeigt. Das ist ein Anstieg im Vergleich zu 950 Fällen im Jahr zuvor. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen, die oft weniger gut gegen Cyberangriffe geschützt sind als große Konzerne.
Weniger Opfer zahlen Lösegeld
Trotz der steigenden Anzahl von Angriffen sinkt die Bereitschaft der Geschädigten, auf die Forderungen der Erpresser einzugehen. Nur sieben Prozent der Betroffenen zahlten 2025 Lösegeld, nach neun Prozent im Vorjahr. Allerdings steigt die durchschnittliche Lösegeldsumme deutlich: Sie lag bei rund 456.300 US-Dollar (etwa 387.000 Euro), verglichen mit 276.615 Dollar im Jahr zuvor.
Kritische Infrastruktur besser geschützt
Größere Einrichtungen, die zur kritischen Infrastruktur zählen, sind gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen zur Abwehr von Cyberangriffen zu ergreifen. Bei erfolgreichen Hackerangriffen müssen sie den Vorfall dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden. Rund 90 Prozent der Angriffe richteten sich 2025 gegen kleine und mittlere Unternehmen.
DDoS-Angriffe und Hacktivismus nehmen zu
Die Polizei verzeichnet auch einen Anstieg bei DDoS-Angriffen, bei denen Websites oder Online-Dienste durch eine Flut von Anfragen lahmgelegt werden. Attacken von Hacktivisten, die aus politischen Motiven handeln, stiegen um 224 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies wird mit der deutschen Unterstützung für die Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland in Verbindung gebracht.
Cybercrime-Trend: Mehr Taten aus dem Ausland
Die Cybercrime-Zahlen zeigen einen kontinuierlichen Anstieg, insbesondere bei Straftaten, die aus dem Ausland verübt werden. 2024 sank die Zahl der Fälle mit mutmaßlichen Tätern im Inland leicht von rund 134.000 auf 131.000. Gleichzeitig stieg die Zahl der aus dem Ausland begangenen Taten von etwa 190.000 auf knapp 202.000. Insgesamt wurden 2025 knapp 334.000 Cybercrime-Delikte polizeibekannt, wobei in rund 126.000 Fällen die Täter in Deutschland vermutet werden.



