Rassistische Parolen auf Teenager-Party in Brandenburg lösen Bestürzung aus
Rassistische Parolen auf Teenie-Party: Bestürzung in Brandenburg

Rassistische Gesänge auf Teenager-Party sorgen für Empörung

In einem Club im brandenburgischen Falkenberg (Kreis Elbe-Elster) haben Jugendliche bei einer Teenager-Party rassistische Parolen angestimmt. Der Vorfall löste bei Vertretern von Kirche und Politik tiefes Entsetzen und Bestürzung aus. Mehrere Jugendliche stimmten vor Tagen rassistische Gesänge zum Partyhit „L'Amour toujours“ an, wie ein auf Instagram veröffentlichtes Video zeigt.

„Ausländer raus“-Rufe erschüttern Bischof und Politiker

Der evangelische Bischof Christian Stäblein zeigte sich zutiefst erschüttert über die Vorkommnisse. „Dass auf einer Feier mit Kindern und Jugendlichen in Falkenberg in Brandenburg rassistische Parolen gerufen wurden, erschüttert mich“, sagte Stäblein. Er betonte die gemeinsame Verantwortung, hinzuschauen und einzugreifen, sowie Jugendlichen und Kindern ein Beispiel für ein respektvolles Miteinander zu sein.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kritisierte auf Instagram, dass es zwei Liedschleifen gedauert habe, bis jemand eingeschritten sei. „Jugendliche grölen Naziparolen und keiner greift ein. Ich bin fassungslos. Wir dürfen dazu niemals schweigen!“, so der SPD-Politiker. Auch der Landrat des Kreises Elbe-Elster, Christian Jaschinski (CDU), verurteilte die „rassistischen Parolen“ auf das Schärfste und betonte, dass solche Äußerungen in der Gesellschaft keinen Platz hätten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Polizei ermittelt – Betreiber reagiert betroffen

Die Polizei gab an, in dem Fall zu ermitteln und zu prüfen, ob der Vorfall strafrechtlich relevant sein könnte. Der Betreiber des Clubs „Blue Velvet“, Tino Veit, bedauerte den Vorfall zutiefst, „gerade bei einer Kinderveranstaltung“. Zur Teenie-Disco am Samstag vor einer Woche hätten etwa 100 bis 150 Kinder und Jugendliche ab elf Jahren gefeiert.

Veit erklärte, dass das Lied zweimal abgespielt worden sei, da der geplante DJ nicht erschienen war und er zunächst eine Playlist abspielen ließ. In dieser Zeit sei er mit der Suche nach einem Ersatz-DJ beschäftigt gewesen. Dieser habe das Lied später ein weiteres Mal abgespielt und sei von der Reaktion der Jugendlichen überrascht gewesen. Als Veit merkte, dass die Situation eskalierte, ging er auf die Bühne, drehte die Musik leiser und wies darauf hin, dass der Text nicht in das Lied gehöre.

Alarmierende Normalisierung rechtsextremer Parolen

Die Brandenburger Grünen warnten vor einer alarmierenden Normalisierung rechtsextremer Parolen. „Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein alarmierendes Zeichen dafür, wie sehr rechtsextreme Parolen inzwischen normalisiert werden – selbst unter Jugendlichen“, hieß es in einer Stellungnahme. Wenn Jugendliche auf Partys rassistische Parolen grölten, sei dies kein Randphänomen, sondern Ausdruck eines Problems, das viel zu lange unterschätzt worden sei.

Veit betonte seine Offenheit und Ablehnung jeder radikalen Haltung. Künftig wolle er DJs besser auf solche Situationen vorbereiten, um schneller reagieren zu können. Das Video mit den rassistischen Gesängen sorgte im Netz für breite Empörung und löste eine Debatte über den Umgang mit solchen Vorfällen in der Gesellschaft aus.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration