Rassistischer Gesang zu Partyhit und Gewalt: Duo in Berlin-Pankow angeklagt
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Männer erhoben, die in Pankow den bekannten Partyhit „L'Amour toujours“ von Gigi D'Agostino mit rassistischen Parolen gesungen und anschließend einen Mann brutal verprügelt haben sollen. Der 57-jährige und der 33-jährige Angeschuldigte müssen sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Laut offiziellen Angaben schweigen beide Männer zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen, was die Ermittlungen erschwert.
Gewalttätige Auseinandersetzung nach rassistischem Gesang
Die mutmaßliche Tat ereignete sich am Morgen des 16. Dezember 2025 in Berlin-Pankow. Die beiden Angeklagten sollen laut Anklageschrift die Melodie des beliebten Dance-Tracks genutzt haben, um rassistische Parolen wie „Ausländer raus“ zu skandieren. Ein 36-jähriger Zeuge, der sich durch den Gesang provoziert fühlte, forderte die Männer daraufhin auf, mit ihrem Verhalten aufzuhören.
Diese Bitte löste jedoch eine gewalttätige Eskalation aus: Die Angeschuldigten sollen den Mann zunächst so heftig gestoßen haben, dass er auf die Fahrbahn stürzte. Anschließend schlugen und traten sie dem Opfer mehrfach gegen den Kopf, was zu schweren Verletzungen führte. Der Geschädigte erlitt neben Prellungen am Kopf und an den Knien auch den Abbruch eines Schneidezahns, was eine medizinische Behandlung erforderlich machte.
Wiederholte Vorfälle mit rassistischen Parolen zu „L'Amour toujours“
Der Fall reiht sich in eine Serie von Vorfällen ein, bei denen der Song „L'Amour toujours“ für rassistische Äußerungen missbraucht wurde. Bereits im Jahr 2024 sorgte ein Video aus einem Club auf Sylt für bundesweites Aufsehen, als Gäste während des Pfingstsamstags ähnliche Parolen brüllten. Diese wiederkehrenden Zwischenfälle unterstreichen die anhaltende Problematik von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft.
Die Staatsanwaltschaft betont, dass solche Taten nicht nur Einzelfälle darstellen, sondern ein alarmierendes Signal für die Zunahme von Hasskriminalität sind. Die Ermittler arbeiten intensiv daran, die genauen Umstände der Tat in Pankow aufzuklären und rechtliche Konsequenzen für die Beschuldigten zu erwirken. Die Anklage markiert einen wichtigen Schritt im Kampf gegen rassistisch motivierte Gewalt und soll als Abschreckung für ähnliche Straftaten dienen.
Die Öffentlichkeit und Justizbehörden zeigen sich besorgt über die zunehmende Normalisierung solcher Vorfälle und fordern verstärkte Präventionsmaßnahmen. Der Fall in Berlin-Pankow unterstreicht die Dringlichkeit, gegen Rassismus und Gewalt entschlossen vorzugehen, um die Sicherheit und den gesellschaftlichen Frieden zu wahren.



