Rattenzüchterin vor Gericht: Giftanschlag auf Schwester mit Milch?
Eine 59-jährige Rattenzüchterin aus Mainburg muss sich vor dem Landgericht Regensburg wegen eines heimtückischen Mordanschlags auf ihre eigene Schwester verantworten. Die Angeklagte Karen L., die selbst Volljuristin mit zwei Staatsexamen ist, soll aus Rache für vermeintlich getötete Ratten Rattengift in die Milch ihrer 56-jährigen Schwester gemischt haben.
Gift in der Milch: Tödlicher Plan?
Laut Staatsanwaltschaft mischte die Angeklagte eine nicht näher bestimmbare Menge Rattengift in ein im Kühlschrank befindliches Tetrapak Milch, um ihre Schwester mit tödlichem Ausgang zu vergiften. Die Schwester hatte sich am 19. März 2025 gegen 5.45 Uhr mit dieser Milch einen Kaffee zubereitet. Später bemerkte sie grünliche Ablagerungen in ihrer Tasse und bekam laut Anklage eine taube Zunge.
Die Angeklagte, die beim Prozessauftakt ihr Gesicht mit einem Blatt Papier verdeckte, sagte nichts zu den Vorwürfen. Sie wurde mit Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt.
Familientragödie und psychische Probleme
Ihr Bruder (61) schilderte als Zeuge bedrückende Familienverhältnisse. Er berichtete vom Suizid des jüngeren Bruders mit 28 Jahren, Steuerhinterziehungs-Geschäften des Vaters, einem schweren Unfall und einer ständig schreienden Mutter. Karen L. konnte ihren Job in einer Versicherung nicht mehr ausüben, weil sie jedes Räuspern auf sich bezogen habe.
„Danach redete sie nur noch mit ihren Katzen und dann mit den Ratten. Das waren ihre Bezugspersonen“, sagte der Bruder. Die Nagetiere züchtete sie sogar. Aus ihrer Sicht habe ihre Schwester ihre Lieblinge umgebracht.
Gruselige Szenen im Gefängnis
Nach ihrer Festnahme am selben Tag soll Karen L. im Gefängnis ihren Zellengenossinnen gesagt haben: „Ich habe meine Schwester umgebracht, die fette Sau.“ Ihre Zellen-Nachbarin Magdalena B. (24) bekam schon nach der ersten Nacht Angst: „Sie setzte sich nachts im Bett auf, legte sich die Bettdecke über den Kopf und sprach mit gruseliger Stimme. Ich drückte sofort den Notruf.“ Sie habe wie besessen gewirkt, es habe sich angehört wie in einem Horrorfilm.
Psychiatrische Diagnose und Urteilsverkündung
Laut Anklage leidet Karen L. an Schizophrenie und ist für die Allgemeinheit gefährlich. Auch der Bruder bekam nach einem Besuch im Mainburger Elternhaus Durchfall, was er sonst nicht kenne. Richter Thomas Polnik will bereits am 10. März ein Urteil verkünden.
Der Fall wirft ein schockierendes Licht auf eine zerrüttete Familie und die tragischen Folgen psychischer Erkrankungen. Die Ermittlungen zeigen, wie aus vermeintlicher Tierliebe tödlicher Hass werden kann.



