Großrazzia gegen mutmaßliche Menschenhändlerbande
Nach einer umfangreichen Razzia im Rotlichtmilieu wegen des schwerwiegenden Vorwurfs der Zwangsprostitution befinden sich zwei der Hauptverdächtigen nun in Untersuchungshaft. Die mutmaßlichen Bandenköpfe, eine 47-jährige Vietnamesin und ihr 42-jähriger Bruder, wurden auf Anordnung des Amtsgerichts Chemnitz in sächsische Justizvollzugsanstalten überstellt.
Festnahmen und Durchsuchungen in fünf Bundesländern
Die Polizeidirektion Chemnitz bestätigte die Festnahmen im Zusammenhang mit einer organisierten Kriminalitätsgruppe. Bereits am Donnerstag hatten Ermittler in einer koordinierten Aktion 31 Wohnungen und Geschäftsräume in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Thüringen und Berlin durchsucht.
Die drei Hauptverdächtigen wurden in Halle an der Saale festgenommen, wo laut Ermittlungsbehörden das Zentrum der illegalen Machenschaften vermutet wird. Ein ebenfalls festgenommener 47-jähriger Deutscher wurde indes unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt.
Systematische Ausbeutung vietnamesischer Frauen
Die mutmaßliche Bande soll systematisch Frauen aus Vietnam mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt haben. Den Opfern wurden angeblich legale Arbeitsmöglichkeiten in Aussicht gestellt, doch nach ihrer Ankunft wurden sie zur gewerbsmäßigen Prostitution gezwungen.
Im Zuge der Durchsuchungen wurden 19 Vietnamesinnen aufgegriffen, die offensichtlich illegaler Prostitution nachgingen. Die Frauen stehen nun unter dem Schutz der Behörden und werden als mögliche Opfer des Menschenhandels betreut.
Umfangreiche Beweismittel sichergestellt
Die Ermittler konnten bei ihren Durchsuchungen umfangreiches Beweismaterial sicherstellen. Neben rund 214.000 Euro Bargeld und etwa 33.000 Euro Falschgeld beschlagnahmten sie Dutzende Handys, Datenträger und geschäftliche Unterlagen.
Polizei und Staatsanwaltschaft teilten mit, dass diese Beweismittel nun systematisch ausgewertet werden. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Aufklärung der gesamten Struktur der mutmaßlichen Menschenhändlerorganisation.
Die Behörden gehen davon aus, dass die Bande über einen längeren Zeitraum hinweg operiert hat und möglicherweise weitere Opfer betroffen sind. Die internationale Zusammenarbeit mit vietnamesischen Stellen wurde bereits aufgenommen, um die Herkunft der Frauen und die genauen Schleusungswege zu klären.



