Polizei entdeckt riesige Cannabis-Plantage in Grevener Scheune
Was sich in einer unscheinbaren Scheune im kleinen Ort Greven verbarg, brachte erst ein gezielter Polizeieinsatz ans Tageslicht. In der Gemeinde im Amt Boizenburg-Land, durch das sich lediglich die B195 schlängelt, herrscht normalerweise beschauliche Ruhe. Doch hinter den Mauern einer Scheune fand die Kriminalpolizeiinspektion Schwerin Ende Februar 2026 eine professionell betriebene Cannabisplantage von beachtlichem Ausmaß.
800 Pflanzen und 32 Kilo Marihuana sichergestellt
Die Ermittler entdeckten in der Scheune auf einem etwa 4000 Quadratmeter großen Grundstück nicht nur 800 wachsende Cannabis-Pflanzen, sondern auch rund 32 Kilogramm bereits abgeerntetes Marihuana. Darüber hinaus stellten die Beamten 672 leere Kübel mit Pflanzenstielen sicher, die von früheren Ernten stammen. Allein das beschlagnahmte Marihuana wird auf einen Schwarzmarktwert von über 200.000 Euro geschätzt.
Fünf albanische Staatsangehörige wurden direkt vor Ort festgenommen, die im Verdacht stehen, die Plantage bewirtschaftet zu haben. Der 28-jährige Mieter des Objektes war zunächst flüchtig, stellte sich aber aufgrund des zunehmenden Fahndungsdrucks Anfang März der Polizei und wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen.
Dorfgemeinschaft bemerkte nichts von der illegalen Aktivität
Bürgermeister Fredo Kreft zeigte sich überrascht von den Vorgängen in seiner Gemeinde. "Es war alles perfekt abgeschottet", schildert er. Die mutmaßlichen "Gärtner" der Plantage hielten sich so konsequent im Gebäude auf, dass sie kaum draußen gesehen wurden. Zwar sei das Grundstück mit seinen vielen Schrottautos schon etwas suspekt gewesen, aber von einer Plantage dieses Ausmaßes habe niemand etwas geahnt.
Kreft äußerte die Vermutung, dass die geplante Cannabis-Legalisierung immer mehr Glücksritter anlocke, die auf illegalem Weg schnelles Geld verdienen wollten. "Ich befürchte, dass wir deshalb künftig mehr solcher Plantagen entdecken werden", so der Bürgermeister.
Haftbefehle gegen alle sechs Beschuldigten
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Schwerin hat das zuständige Amtsgericht Ludwigslust Haftbefehle gegen alle sechs Beschuldigten erlassen. In dem gegen sie eingeleiteten Ermittlungsverfahren wird ihnen unerlaubtes Handeltreiben mit Cannabis in nicht geringer Menge vorgeworfen.
Zur logistischen Unterstützung bei der Räumung kam das Technische Hilfswerk zum Einsatz, das die große Anzahl an Pflanzen, Aufzuchtmitteln und elektronischen Gerätschaften abtransportierte. Die Scheune, die direkt gegenüber der Kirche in Greven liegt, kommt nun wieder zur Ruhe.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Schwerin dauern an, während die Dorfgemeinschaft versucht, zur Normalität zurückzukehren. Der Fall zeigt, wie selbst in ländlichen, überschaubaren Gemeinden groß angelegte kriminelle Aktivitäten unbemerkt stattfinden können.



