Ein 37-jähriger Rocker der Hells Angels ist am Donnerstagabend vor seinem Haus in Wassenberg (Kreis Heinsberg) regelrecht hingerichtet worden. Der Täter agierte eiskalt und verschwand spurlos. Zurück bleibt ein verstörender Tatort, eine Mauer des Schweigens – und eine Szene, in der die Angst wächst.
Hingerichtet vor der eigenen Haustür
Gegen 20 Uhr wurde der 37-jährige Ömer vor seinem Einfamilienhaus im Stadtteil Birgelen von mehreren Schüssen getroffen. Er erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab und sicherte Spuren. Nachbarn berichten von mehreren Schüssen, gefolgt von Totenstille. Der oder die Täter flohen unerkannt.
Ermittler befürchten neuen Rockerkrieg
Die Kripo ermittelt in alle Richtungen. Ein mögliches Motiv könnte eine offene Rechnung von 100.000 Euro sein, die im Rockermilieu kursiert. Die Spur führt nach Holland, wo die Hells Angels ebenfalls stark vertreten sind. Die Ermittler befürchten, dass die Tat einen neuen Rockerkrieg in Nordrhein-Westfalen auslösen könnte. Bereits in der Vergangenheit gab es blutige Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Gruppen.
Mauer des Schweigens
Im Rockermilieu gilt das Gesetz des Schweigens. Bislang gibt es keine Hinweise auf den Täter. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden. Insbesondere Personen, die zur Tatzeit verdächtige Fahrzeuge oder Personen in der Nähe des Tatorts gesehen haben, werden gebeten, sich zu melden.
Hintergründe des Mordes
Ömer war kein unbeschriebenes Blatt. Er war bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Körperverletzung und Drogendelikten. Im Rockermilieu genoss er einen gewissen Respekt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat im Zusammenhang mit internen Streitigkeiten oder Rivalitäten zwischen verschiedenen Rockergruppen steht.
Die Polizei hat die Ermittlungen intensiviert und arbeitet mit den niederländischen Behörden zusammen. Es wird befürchtet, dass die Tat eine Eskalation der Gewalt in der Region auslösen könnte. Die Bürger in Wassenberg sind verunsichert. Die Polizei hat ihre Präsenz in der Stadt verstärkt.



