Polizei findet Schädel von seit 2019 vermisster Anita S. - Ermittlungen dauern an
Schädelfund bei Vermisstenfall Anita S. - Polizei sucht weiter

Polizei entdeckt Schädel von seit Jahren vermisster Frau in Witten

Mit schwerem Gerät und einem Großaufgebot durchsucht die Polizei seit Mittwoch ein Waldstück in Witten-Herbede im Ruhrgebiet. Das Knattern von Kreissägen und Motorsensen übertönt dabei das sonst friedliche Gezwitscher der Vögel am Rande eines beschaulichen Wohngebiets. Bei den intensiven Suchaktionen geht es um einen alten Vermisstenfall, der nun eine tragische Wendung genommen hat.

Traurige Gewissheit nach sechs Jahren

Eine Sprecherin des Landgerichts Bochum bestätigte gegenüber Medien, dass in dem Gebiet nahe dem Kemnader See nach den Überresten einer seit sechs Jahren vermissten Frau gesucht wird. Es handelt sich um Anita S., die Ende 2019 im Alter von 35 Jahren aus Bochum verschwand. Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass sie nicht mehr lebt.

Bereits im Jahr 2023 wurde der Schädel der Vermissten entdeckt, wie nun bekannt wurde. Aus ermittlungstaktischen Gründen blieb dieser Fund jedoch bislang geheim. Die Polizei wollte verhindern, dass potenzielle Verdächtige gewarnt werden und Beweise vernichten könnten.

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Lebensgefährte geriet früh unter Verdacht

Zunächst wurde bei dem Verschwinden von Anita S. von einem Unfall oder Suizid ausgegangen. Doch bereits zwei Monate nach ihrem Verschwinden geriet ihr Lebensgefährte, Matthias K. (heute 39 Jahre alt), in den Fokus der Ermittlungen. Die Mordkommission Stausee nahm ihn im Februar 2020 wegen Totschlagsverdachts fest.

Da die Leiche nicht gefunden wurde und K. vehement bestritt, seiner Partnerin etwas angetan zu haben, hob das Amtsgericht den Haftbefehl nach wenigen Tagen wieder auf. Die Ermittlungen wurden jedoch fortgesetzt, insbesondere nach dem geheimen Schädelfund im Jahr 2023.

Erneute Festnahme und U-Haft

Die Geheimhaltung des Schädelfunds sollte Matthias K. in Sicherheit wiegen und der Polizei Zeit geben, weitere Beweise zu sammeln. Anfang dieses Jahres reichten diese schließlich aus, um erneut einen Haftbefehl gegen ihn zu erwirken. Wie schon im Jahr 2020 wurde K. an einem Februartag festgenommen und sitzt seither wieder in Untersuchungshaft – erneut unter dem Verdacht des Totschlags.

Eine Sprecherin des Landgerichts Bochum erklärte: „In dem Waldstück wird derzeit nach weiteren Beweismitteln gesucht.“ Während im Dezember 2019 noch Hundeführer, Reiterstaffeln und Hundertschaften mit der kleinen Hoffnung suchten, ein Leben retten zu können, ist die Motivation der Einsatzkräfte heute eine andere: Sie wollen ein Verbrechen sühnen und Gerechtigkeit für Anita S. herstellen.

Die Polizei setzt bei der Suche im Waldgebiet auf modernste Technik wie Suchsonden und Spaten, um mögliche weitere Überreste oder Beweismittel zu finden. Der Fall zeigt, wie langwierig und komplex solche Ermittlungen sein können, insbesondere wenn zunächst keine Leiche gefunden wird.

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