Puppenhaus-Verkauf endet im finanziellen Albtraum für Schweriner
Was als harmloser Verkauf eines Puppenhauses der Zeichentrickfigur Peppa Wutz für zehn Euro begann, entwickelte sich für einen 35-jährigen Schweriner zu einem kostspieligen Desaster. Der Mann, der das Spielzeug seiner Tochter auf dem Online-Portal Kleinanzeigen anbieten wollte, wurde Opfer einer ausgeklügelten Betrugsmasche und verlor dabei fast 900 Euro.
Perfide Masche mit gefälschten E-Mails
Nachdem der Schweriner das Puppenhaus eingestellt hatte, meldete sich schnell eine angebliche Interessentin. Als die Bezahlung über PayPal angeblich nicht funktionierte, schlug sie vor, stattdessen die Funktion Sicher bezahlen über das Portal zu nutzen. Kurz darauf erhielt der Verkäufer eine täuschend echt aussehende E-Mail, mit der er die Zahlungsmethode bestätigen sollte. Die Nachricht stammte jedoch nicht vom Kleinanzeigen-Portal, wie der Betroffene später feststellen musste.
„Auf den ersten Blick war das nicht ersichtlich“, erklärt der 35-Jährige. Nachdem er den Link in der Mail genutzt hatte, bemerkte er ungewöhnliche Aktivitäten auf seinem Konto. „Ich habe gut zehn Benachrichtigungen von meinem Push-TAN bekommen, dass immer 866 Euro abgebucht werden – einmal hat es funktioniert“, schildert er den Vorfall. „So schnell habe ich gar nicht reagieren können. Das Geld ist erst einmal weg.“
Polizei warnt: „Es kann jeden treffen“
Die Polizeiinspektion Schwerin bestätigt, dass es sich bei dieser Betrugsmasche um ein sogenanntes Massendelikt handelt. „Es kann jeden treffen – junge Erwachsene genauso wie Ältere“, betont Polizeisprecherin Juliane Zgonine. Nach Angaben der Ermittler seien in diesem Fall mehrere Warnzeichen übersehen worden:
- Die E-Mail-Adresse der angeblichen Käuferin stammte nicht aus Deutschland
- Das Käufer-Profil war erst kurz zuvor angelegt worden
- Im Internet gab es bereits Warnungen zu ähnlichen Profilen
Wie die Betrüger vorgehen
Die Kriminellen geben sich als Käufer aus und schlagen vor, die Funktion Sicher bezahlen zu nutzen. Anschließend schicken sie dem Verkäufer einen Link zu einer gefälschten Internetseite, die täuschend echt aussieht. Dort soll der Verkäufer angeblich seine Konto- oder Kreditkartendaten eingeben, um die Zahlung zu erhalten. Tatsächlich verschaffen sich die Täter so Zugriff auf die sensiblen Daten und können Geld abbuchen oder Online-Einkäufe tätigen.
„Die Täter nutzen oft aus, dass viele Nutzer Kleinanzeigen nebenbei erledigen“, erklärt Polizeisprecherin Zgonine. Häufig bauten sie zusätzlichen Zeitdruck auf, wodurch Warnzeichen leicht übersehen würden.
Schutzmaßnahmen und Empfehlungen
Die Polizei und Verbraucherschützer raten zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
- Nutzen Sie ausschließlich die Bezahlfunktion innerhalb des Kleinanzeigen-Portals
- Weichen Sie nicht auf E-Mails oder externe Links aus
- Geben Sie niemals persönliche Daten per Mail weiter
- Prüfen Sie Käufer-Profile genau – neu angelegte Konten sind verdächtig
- Achten Sie auf ausländische E-Mail-Adressen als Warnsignal
- Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen
Für den Schweriner bleibt der Vorfall eine teure Erfahrung. Er sperrte sofort sein Konto, informierte seine Bank und erstattete Anzeige bei der Polizei. Noch hofft er, dass möglicherweise eine Versicherung für den Schaden aufkommt. Das Puppenhaus, das er eigentlich verkaufen wollte, steht derweil weiterhin bei ihm zu Hause – als ständige Erinnerung an diese kostspielige Lektion in Sachen Online-Sicherheit.



