Das Landgericht Halle hat einen 39-jährigen Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte nach einem Diebstahl von Gerste in einem Agrarbetrieb im Weida-Land mit einem Radlader eine brutale Flucht hingelegt, bei der drei Menschen verletzt wurden. Die Richterin verlas das Urteil am Montagnachmittag und ließ den Angeklagten direkt abführen. Die Verteidigung zeigte sich entsetzt und kündigte Revision an.
Hintergrund der Tat
Der Vorfall ereignete sich auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Weida-Land. Der 39-Jährige hatte mehrere Tonnen Gerste gestohlen, als er von Mitarbeitern des Betriebs überrascht wurde. Um seiner Festnahme zu entgehen, setzte er sich in einen Radlader und raste davon. Dabei verletzte er drei Personen, die sich ihm in den Weg stellten. Die Opfer erlitten teils schwere Verletzungen.
Urteilsverkündung und Reaktionen
Vor der Urteilsverkündung versammelten sich drei Justizwachtmeister vor dem Saal 169 des Landgerichts Halle. Im Inneren verlas die Richterin das Urteil: sechs Jahre Freiheitsstrafe wegen schweren räuberischen Diebstahls. Der Angeklagte wurde noch im Gerichtssaal in Haft genommen. Die Verteidigung kündigte umgehend Revision gegen das Urteil an. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung und betonte die Schwere der Tat.
Rechtliche Einordnung
Der schwere räuberische Diebstahl ist ein besonders schwerer Fall des Diebstahls, bei dem der Täter Gewalt anwendet oder Drohungen ausspricht, um die Beute zu sichern oder der Festnahme zu entgehen. Das Strafmaß liegt in der Regel zwischen einem und zehn Jahren Haft. Im vorliegenden Fall wog das Gericht die erhebliche Gefährdung von Leib und Leben sowie die hohe kriminelle Energie des Täters besonders schwer.
Die Verhandlung hatte mehrere Tage gedauert, in denen Zeugen und Sachverständige gehört wurden. Der Angeklagte selbst hatte sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.



