Spektakulärer SEK-Einsatz in Bergkamen: Mutmaßliche Drogenküche mit 30.000 Litern Chemikalien ausgehoben
In einer groß angelegten Polizeiaktion im nordrhein-westfälischen Bergkamen ist am Dienstag eine mutmaßliche Drogenküche ausgehoben worden. Schwer bewaffnete Beamte eines Spezialeinsatzkommandos stürmten gegen 16:45 Uhr eine abgelegene Halle im Hafengebiet und überwältigten vier Männer, die dort offenbar im großen Stil illegale Substanzen herstellen wollten.
Feuerwehr in Chemieschutzanzügen sichert brisante Flüssigkeiten
Was die Ermittler in der unscheinbaren Halle am Kanalhafen vorfanden, war außergewöhnlich: Behälter mit bis zu 30.000 Litern unbekannter Flüssigkeiten, die dringend gesichert werden mussten. Da zunächst völlig unklar war, um welche Substanzen es sich handelte und welche Gefahren von ihnen ausgingen, wurden Spezialisten der Feuerwehr Dortmund hinzugezogen.
Die sogenannte „Analytische Task-Force“ ist eine Spezialeinheit, die speziell für die Bestimmung und Sicherung unbekannter Chemikalien ausgebildet ist. In vollständiger Schutzausrüstung betraten die Experten die Halle, denn bei der Herstellung von Drogen können hochgiftige Dämpfe entstehen, die eine ernste Gesundheitsgefahr darstellen. Erst in den späten Abendstunden war die Lage unter Kontrolle und die Halle konnte versiegelt werden.
Vier Verdächtige aus unterschiedlichen Nationen festgenommen
Die Polizei nahm bei der Razzia vier Männer vorübergehend fest:
- Ein 58-jähriger Mann aus den Niederlanden
- Ein 21-jähriger Deutsch-Türke ohne festen Wohnsitz
- Ein 24-jähriger Iraker aus Köln
- Ein 23-jähriger Deutscher aus Frechen
Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Dortmund sollen die Verdächtigen am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Quartett im großen Stil Amphetamine oder Ecstasy-Pillen herstellen und auf den Markt bringen wollte.
Ermittlungen zur genauen Zusammensetzung der Chemikalien laufen
Bernd Pentrop, Pressesprecher der Polizei Unna, erklärte: „Noch ist nicht abschließend geklärt, was für Flüssigkeiten gelagert wurden. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.“ Auch wie die Kriminalkommissare der Bande auf die Spur kamen, wurde zunächst nicht bekannt gegeben.
Falls sich der Verdacht der Drogenherstellung bestätigt, droht den Beschuldigten eine lange Gefängnisstrafe. Nach Paragraph 30 des Betäubungsmittelgesetzes sieht das Gesetz für solche Delikte eine Mindeststrafe von zwei Jahren Freiheitsentzug vor, in der Praxis können die Strafen jedoch deutlich höher ausfallen, insbesondere bei der Sicherstellung solch großer Mengen an Ausgangsstoffen.
Der Einsatz zeigt einmal mehr, mit welchem Aufwand und welchen Risiken die Herstellung illegaler Drogen verbunden ist – nicht nur für die Täter, sondern auch für die Einsatzkräfte, die solche gefährlichen Substanzen sichern müssen.



