Die robusten DDR-Mopeds aus Suhl erfreuen sich stets wachsender Beliebtheit. Das führt auch zu Betrügereien, vor denen die Polizei warnt. Das starke Interesse an den Kultfahrzeugen der Marke Simson beschäftigt die Ordnungshüter im Osten Deutschlands mehr als ihnen lieb ist.
Betrugsmasche: Angebliche Geschenke mit Transportkosten
So warnen die Beamten im Norden Brandenburgs aus aktuellem Anlass vor einer zunehmenden Betrugsmasche. Unbekannte geben vor, ältere Mopeds der Typen Schwalbe, Star, Habicht oder deren Nachfolger S50 und S51 zu verschenken. Dafür sollen Interessenten aber die Transportkosten übernehmen. In Wittenberge in der Prignitz meldete sich ein 29-Jähriger kürzlich auf eine solche Geschenke-Anzeige. Er wurde angerufen und sollte 300 Euro angeblicher Transportkosten überweisen. Das tat der Mann auch, danach sei der Kontakt abgerissen, sagte eine Polizeisprecherin. Man könne vor solchen augenscheinlich betrügerischen Maschen nur warnen.
Ersatzteilbetrug im Internet
Vor Gericht müssen sich auch immer öfter Betrüger verantworten, die wegen des Interesses via Internet kostengünstig Ersatzteile für Simson-Mopeds anbieten. Diese kassieren oft das Geld, verschicken aber nie die Waren. Die Polizei rät daher zu besonderer Vorsicht bei Online-Angeboten, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein.
Illegale Tuning-Fälle: Jugendliche auf Rügen erwischt
Mopeds der Simson-Reihe sind bei Zweiradfans so beliebt, weil sie als robust gelten, es davon immer weniger gibt und sie mitunter auch deutlich schneller als 60 Stundenkilometer fahren können. Genau dies ist zwei 15-Jährigen auf der Insel Rügen zum Verhängnis geworden – sie haben ihre S51-Maschinen eingebüßt. Die Jugendlichen waren am Abend des 8. Mai bei Glowe im Norden Rügens unterwegs, wobei sie bis zu 80 km/h schnell waren. Das bekam eine Streifenwagenbesatzung der Polizei mit, die bei Dunkelheit gerade unterwegs war. Die Polizei stoppte die 15-Jährigen.
Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass die Simson-S51-Mopeds vermutlich manipuliert waren – im Fachdeutsch würde man sagen „aufgebohrt“. Damit würden sie aber den Status eines leistungsstärkeren Motorrades haben, das auch erst mit einer teureren Fahrerlaubnis und noch nicht mit 15 Jahren gefahren werden dürfte. „Die Kleinkrafträder wurden sichergestellt und durch ein beauftragtes Abschleppunternehmen geborgen“, hieß es von der Polizei.
Die Beamten warnen eindringlich vor solchen illegalen Tuning-Maßnahmen. Nicht nur drohen empfindliche Strafen, sondern auch die Sicherheit der Fahrer und anderer Verkehrsteilnehmer werde gefährdet. Die Polizei kündigte an, verstärkt Kontrollen durchzuführen, um solchen Verstößen entgegenzuwirken.



