Im Jugoslawienkrieg sollen private Scharfschützen aus Europa in Sarajevo wahllos Menschen erschossen haben. Die Grünen im Bundestag wollten von der Bundesregierung wissen, was deutsche Behörden über diese mutmaßlichen Kriegsverbrechen wissen – und erhielten keine zufriedenstellenden Antworten.
Hintergrund der Anfrage
Die Grünen-Abgeordneten hatten eine schriftliche Anfrage an die Bundesregierung gestellt, um Informationen über die Beteiligung privater Scharfschützen an den Morden in Sarajevo während des Bosnienkrieges zu erhalten. Konkret wollten sie wissen, ob deutsche Behörden Kenntnisse über die Identität und Herkunft der Schützen haben, die zwischen 1992 und 1995 in der belagerten Stadt ihr Unwesen trieben.
Bundesregierung verweigert Auskunft
Die Bundesregierung lehnte eine detaillierte Beantwortung der Fragen jedoch ab. Zur Begründung hieß es, die Informationen unterlägen der Geheimhaltung oder seien nicht mehr verfügbar. Diese Haltung stößt bei den Grünen auf scharfe Kritik. „Es ist inakzeptabel, dass die Bundesregierung sich weigert, Licht in diese dunklen Kapitel der Vergangenheit zu bringen“, erklärte ein Sprecher der Grünen-Fraktion.
Vorwürfe gegen private Scharfschützen
Laut Berichten sollen während des Bosnienkrieges Söldner und private Scharfschützen aus verschiedenen europäischen Ländern in Sarajevo eingesetzt worden sein. Sie hätten gezielt Zivilisten beschossen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Die Grünen vermuten, dass deutsche Behörden möglicherweise mehr über diese Vorfälle wissen, als sie zugeben wollen.
Reaktionen und Forderungen
Die Grünen fordern nun eine umfassende Aufklärung der Vorgänge. „Die Opfer und ihre Angehörigen haben ein Recht auf Wahrheit“, betonte der Abgeordnete. Man werde das Thema weiterverfolgen und gegebenenfalls eine erneute Anfrage stellen. Die Bundesregierung hingegen sieht offenbar keinen Handlungsbedarf.
Der Fall zeigt, wie schwierig die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen aus den Jugoslawienkriegen bis heute ist. Viele Täter konnten nie zur Rechenschaft gezogen werden, und die Aktenlage ist oft unvollständig. Die Grünen wollen nun Druck machen, um mehr Transparenz zu erreichen.



