Kevin Spacey entgeht Zivilprozess durch außergerichtliche Einigung
Der US-amerikanische Schauspieler Kevin Spacey muss sich offenbar nicht vor einem britischen Gericht für mutmaßliche sexuelle Übergriffe verantworten. Wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Gerichtsdokumente berichtet, wurde der für Oktober geplante Zivilprozess nach einer außergerichtlichen Einigung mit drei Klägern ausgesetzt. Die 66-jährige Hollywood-Legende hatte alle Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Details der Vereinbarung bleiben geheim
Die genauen Bedingungen der Vergleichsvereinbarung, insbesondere mögliche finanzielle Abmachungen, wurden nicht öffentlich gemacht. Auch weitere Einzelheiten, etwa zu den bisher angefallenen Verfahrenskosten, bleiben unter Verschluss. Die drei Männer hatten Spacey vorgeworfen, sie zwischen den Jahren 2000 und 2015 sexuell missbraucht zu haben.
Zwei der Kläger waren bereits in einem früheren Strafverfahren involviert, in dem Spacey im Jahr 2023 von neun Anklagepunkten freigesprochen worden war. Einer der Beschuldigten gab an, der Schauspieler habe ihn zwischen 2000 und 2005 etwa ein Dutzend Mal vorsätzlich angegriffen. Ein weiterer Mann berichtete, er habe Spacey während eines Workshops am Londoner Old Vic Theater kennengelernt und leide seit einem Vorfall im Jahr 2008 unter psychischen Problemen sowie finanziellen Einbußen.
Spaceys Karriere und die #MeToo-Bewegung
Kevin Spacey war mehr als ein Jahrzehnt lang, bis 2015, künstlerischer Leiter des renommierten Old Vic Theaters. Der zweifache Oscar-Preisträger feierte große Erfolge mit Filmen wie Die üblichen Verdächtigen und American Beauty und spielte die Hauptrolle in der Serie House of Cards. Er zählt zu einer Reihe von Prominenten – darunter Bill Cosby und R. Kelly –, die sich im Zuge der #MeToo-Bewegung gegen sexualisierte Gewalt vor Gericht verantworten mussten.
Die außergerichtliche Einigung bedeutet nun, dass der geplante Zivilprozess nicht stattfinden wird, solange die Vereinbarung eingehalten wird. Damit entgeht Spacey einer weiteren öffentlichen Gerichtsverhandlung, die potenziell schädlich für sein Image und seine Karriere hätte sein können. Die Entscheidung unterstreicht die komplexe rechtliche und mediale Landschaft, in der sich solche Fälle in der heutigen Zeit bewegen.



