Spanien: Haftstrafen für deutsche Eltern im "Horrorhaus"-Fall
Spanien: Haftstrafen für deutsche Eltern im Horrorhaus-Fall

Die spanische Justiz hat die deutschen Eltern, die ihre drei Kinder jahrelang in einem verwahrlosten Haus in Oviedo eingesperrt hatten, zu Haftstrafen verurteilt. Der 54-jährige Vater und die 49-jährige Mutter müssen insgesamt zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Das Provinzgericht in Oviedo sprach sie unter anderem der psychischen Gewalt und Vernachlässigung in der Familie schuldig. Vom Vorwurf der Freiheitsberaubung wurden sie jedoch freigesprochen.

Der Fall: Ein Haus voller Müll und Verwahrlosung

Im April 2025 betrat die Polizei ein Haus am Stadtrand von Oviedo, nachdem eine Nachbarin misstrauisch geworden war. Die Beamten fanden drei Kinder im Alter von damals acht und zehn Jahren in einem katastrophalen Zustand vor. Das Haus war von Müll übersät, Exkremente lagen auf dem Boden, und die Kinder waren schwer vernachlässigt. Der Einsatzleiter Javier Lozano sprach von einem „Horrorhaus“ und sagte: „Eine solche Situation hatten wir hier in Oviedo noch nie.“

Der Prozess und das Urteil

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich Haftstrafen von 25 Jahren und vier Monaten für beide Eltern gefordert. Das Gericht folgte dieser Forderung nicht, verhängte aber dennoch eine mehrjährige Haftstrafe. Zudem müssen die Eltern den Kindern eine finanzielle Entschädigung zahlen. Die Eltern hatten während des Prozesses ihre Unschuld beteuert und angegeben, sie hätten die Kinder vor Krankheiten wie Corona schützen wollen.

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Die Lebensumstände der Kinder

Die Kinder waren in einem erschreckenden Zustand: Sie waren unterernährt, trugen Windeln und Mundnasenmasken und durften nicht einmal in den Garten. Die Zwillinge konnten weder lesen noch schreiben, und alle drei Kinder hatten Bewegungsprobleme. Sie waren völlig von der Außenwelt abgeschottet und hatten seit 2019 keinen Arzt mehr gesehen. Die Eltern hatten die gesundheitlichen Probleme der Familie selbst diagnostiziert und behandelt; bei der Hausdurchsuchung wurden große Mengen nicht verschreibungspflichtiger Medikamente gefunden.

Die Zukunft der Kinder

Seit ihrer Befreiung werden die Kinder von den Sozialbehörden Asturiens betreut. Nach der Verurteilung wird erwogen, sie zur Adoption freizugeben. Die Großeltern, die zunächst als Vormund in Frage kamen, sind in die USA zurückgekehrt, und weitere Angehörige konnten nicht ausfindig gemacht werden. Die Kinder haben nun die Chance auf ein neues Leben fernab der schrecklichen Erfahrungen.

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