Im Prozess um jahrelangen sexuellen Missbrauch seiner Stiefkinder und davon gefertigter Aufnahmen am Landgericht Erfurt hat die Staatsanwaltschaft elfeinhalb Jahre Gefängnis für einen Mann aus Ilmenau beantragt. Am Ende der Haftzeit soll nach dem Plädoyer der Anklage außerdem geprüft werden, ob eine Sicherungsverwahrung für den 46-Jährigen infrage kommt.
Mehr als 900 Fälle zwischen 2017 und 2024
In dem Verfahren geht es um mehr als 900 Fälle zwischen Ende 2017 bis ins Jahr 2024. Der Mann soll seine Stieftochter nicht nur selbst sexuell missbraucht haben, sondern sie und ihren Halbbruder auch dazu gebracht haben, sexuelle Handlungen aneinander vorzunehmen. Die Taten soll er zum Großteil gefilmt haben unter dem Vorwand, mit dem Verkauf der Aufnahmen Geldprobleme der Familie zu lösen.
Opfer als Nebenkläger
Das Mädchen war zu Beginn der Taten zehn Jahre alt, der Stiefsohn ist zwei Jahre jünger. Sie sind Nebenkläger im seit Anfang April laufenden Prozess. Ihre Vertreter schlossen sich dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft an.
Verteidigung plädiert auf acht Jahre Haft
Die Verteidigung plädierte auf acht Jahre Haft und hob das Geständnis des Mannes zu Prozessbeginn als strafmildernd hervor. Ihr Mandant habe Einsicht und Reue gezeigt. Anlass für eine Sicherungsverwahrung nach Ende der Freiheitsstrafe sah die Verteidigung nicht.
Urteil wird im Laufe des Dienstags erwartet
Das Urteil soll im Laufe des Dienstags fallen. Der Prozess hatte Anfang April begonnen und sorgte für großes öffentliches Interesse. Die Staatsanwaltschaft betonte die Schwere der Taten und die langjährige Leidenszeit der Kinder. Die Verteidigung hingegen wies auf das umfassende Geständnis des Angeklagten hin, das zur Aufklärung der Fälle beigetragen habe. Die Richter müssen nun über das Strafmaß und die Frage der Sicherungsverwahrung entscheiden.



