Singapur führt Stockhiebe für Schul-Mobber ein – ab neun Jahren
Stockhiebe für Schul-Mobber in Singapur ab 2027

Umstrittene Regelung: Singapur führt Stockhiebe für Schul-Mobber ein

Singapur verschärft den Kampf gegen Mobbing an Schulen mit einer drastischen Maßnahme: Männliche Schüler ab neun Jahren, die andere mobben, müssen künftig mit bis zu drei Stockhieben rechnen. Bildungsminister Desmond Lee hat die Regelung im Parlament verteidigt, wie unter anderem CNN und der „Guardian“ berichten. Die Strafe gilt auch für Cybermobbing und soll ab 2027 an allen Schulen des Stadtstaates eingeführt werden.

Bildungsminister verteidigt Prügelstrafe

Desmond Lee betonte, dass die Stockhiebe nur dann angewendet würden, „wenn alle anderen Maßnahmen angesichts der Schwere des Fehlverhaltens unzureichend sind“. Er fügte hinzu, dass strenge Vorschriften die Sicherheit der Schüler gewährleisten: Die Prügelstrafe müsse vom Schulleiter genehmigt werden und dürfe nur von autorisierten Lehrkräften vollstreckt werden. Mädchen hingegen erhalten mildere Strafen wie Nachsitzen, Schulverweis oder eine Herabstufung ihrer Verhaltensnote.

Internationale Kritik und wissenschaftliche Bedenken

Internationale Organisationen wie Unicef lehnen Prügelstrafen gegen Kinder entschieden ab. Sie verweisen auf Studien, die zeigen, dass solche Strafen die körperliche und geistige Gesundheit schädigen und Verhaltensprobleme verstärken. Ein aktueller Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2024 belegt, dass weltweit etwa 1,2 Milliarden Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren zu Hause Prügelstrafen ausgesetzt sind. Viele erleben zudem körperliche Züchtigung in der Schule. Nur 67 Staaten haben laut WHO jegliche Gewalt gegen Kinder per Gesetz verboten. Die WHO bezeichnete die Prügelstrafe als „alarmierend weitverbreitet“ und warnte vor erheblichen Schäden für die Entwicklung der Kinder.

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Historischer Kontext: Prügelstrafe in Singapur

Die gerichtliche Prügelstrafe wurde in Singapur im 19. Jahrhundert von britischen Kolonialisten eingeführt und wird bis heute gegen männliche Straftäter unter 50 Jahren angewandt. Sie kommt bei Verbrechen wie Raub, bestimmten Betrugsformen oder Überschreiten des 90-tägigen Visums zum Einsatz. Die Ausweitung auf Schul-Mobbing ist ein Novum und stößt international auf breite Ablehnung. Die Regierung Singapurs hält jedoch an der Regelung fest, um der zunehmenden Mobbing-Problematik entgegenzuwirken.

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