Spionage-Prozess in Stuttgart: Mutmaßliche Agenten planten Brandsatz-Pakete für Ukraine
Stuttgarter Prozess: Brandsatz-Pakete für Ukraine geplant?

Spionage-Prozess in Stuttgart: Wollten sie Brandsatz-Pakete für die Ukraine zünden?

Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart hat ein aufsehenerregender Spionage-Prozess begonnen. Drei mutmaßliche Agenten des russischen Geheimdienstes müssen sich wegen schwerer Vorwürfe verantworten. Yevhen B. (30), Vladyslav T. (25) und Daniil B. (22) wurden in Handschellen zur Anklagebank gebracht und stehen unter dem Verdacht, einen perfiden Sabotageplan verfolgt zu haben.

Pakete mit Brandsätzen als Terrorinstrument

Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten „Verabredung zur schweren Brandstiftung“ und „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ vor. Laut Anklage planten sie, Pakete mit Brandsätzen von Deutschland in die Ukraine zu verschicken. Diese Sendungen sollten unterwegs zünden und gezielt Brände in Verteilerzentren oder auf Lastwagen auslösen. Das erklärte Ziel dieses Terrors sei gewesen, die ukrainische Bevölkerung zu verunsichern und die Infrastruktur zu schädigen.

Interessant ist die Herkunft der Beschuldigten: Alle drei besitzen die ukrainische Staatsbürgerschaft, sollen aber im Auftrag von Putins Geheimdienst gehandelt haben. Der Generalbundesanwalt geht davon aus, dass sie als Handlanger für russische Interessen agierten.

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Getarnte Testpakete mit GPS-Trackern

Um mögliche Lieferwege auszukundschaften, verschickten die Angeklagten laut Anklage zwei Testpakete mit GPS-Trackern der Marke PAJ. Diese Päckchen waren als Autoersatzteil-Sendungen getarnt und enthielten Scheinwerfer sowie Luftfilter. Vladyslav T. gab sie im März 2025 beim ukrainischen Paketdienst Nova Post in Köln auf. Der Haupttatverdächtige Yevhen B. soll die GPS-Tracker zuvor in der Schweiz besorgt haben.

Die Rekrutierung verlief nach Angaben der Ermittler systematisch: Mittelsmänner des russischen Geheimdienstes sollen zunächst Yevhen B. angeworben haben, der anschließend von Konstanz aus Vladyslav T. und Daniil B. rekrutierte.

Verhaftung nach Hinweisen aus dem Ausland

Die Fäden zogen sich dank Hinweisen eines ausländischen Nachrichtendienstes zusammen. Im Mai 2025 nahmen Ermittler die drei Ukrainer fest. Sie sitzen derzeit im Hochsicherheitsgefängnis Stammheim in Untersuchungshaft. Der Prozess findet im gleichnamigen Hochsicherheitsgebäude des Oberlandesgerichts in Stuttgart-Stammheim statt.

Am ersten Verhandlungstag äußerten sich Yevhen B. und Daniil B. nicht zu den Vorwürfen. Der Verteidiger von Vladyslav T., Martin Heising, sieht keine Schuld bei seinem Mandanten. Er argumentiert, dieser habe die Pakete in gutem Glauben verschickt und die Anklage sei „mit heißer Nadel gestrickt“. Die Vorwürfe gegen Vladyslav T. stützten sich vor allem auf Kurznachrichten-Verkehr mit Yevhen B. via Telegram, der jedoch keinen Beleg für einen Sabotage-Plan liefere.

Urteil für September 2026 geplant

Für das aufwändige Verfahren sind insgesamt 33 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für den 24. September 2026 erwartet. Die Bundesanwaltschaft muss nun beweisen, dass es sich bei den drei Angeklagten tatsächlich um Agenten handelt, die im Auftrag Russlands Sabotageakte vorbereiteten. Der Ausgang dieses Prozesses wird mit Spannung erwartet, da er internationale Dimensionen berührt und die Sicherheitslage in Europa betrifft.

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