Lebenslange Haft für Syrer: Ehefrau vor den Augen der vier Kinder erstochen
Syrer tötet Ehefrau vor Kindern - lebenslange Haft

Lebenslange Haft für Syrer nach Mord an Ehefrau vor den Augen der Kinder

Das Landgericht Hagen hat am Dienstag einen 37-jährigen Syrer zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Abdullah A. tötete im Juni 2025 seine 31-jährige Ehefrau Khawla A. in der gemeinsamen Wohnung in Hagen (Nordrhein-Westfalen). Die schreckliche Tat ereignete sich vor den Augen der vier gemeinsamen Kinder im Alter von 3, 9, 11 und 13 Jahren.

Die grausame Tatnacht

Kurz vor 23 Uhr verbarrikadierte der halbnackte Abdullah A. die Wohnzimmertür mit einem Tisch. Dann brach die Gewalt los: Mit einem Küchenmesser ging er auf seine Ehefrau los und stach insgesamt 15-mal zu. Die 13-jährige Tochter warf sich verzweifelt dazwischen, schrie und flehte ihren Vater an aufzuhören – doch er setzte seine Attacke fort. Khawla A. verblutete schließlich vor den Augen ihrer Kinder.

Schweigen vor Gericht und Mordmotiv

Vor dem Schwurgericht Hagen schwieg Abdullah A. an allen Verhandlungstagen. Dennoch konnte das Gericht den Mord rekonstruieren, insbesondere durch die Aussage der Tochter, die die Bluttat miterleben musste. Die Richter sahen ein Mordmotiv aus niedrigen Beweggründen. Vorsitzende Richterin Heike Hartmann-Garschagen beschrieb den Angeklagten als „herrisch und aufgebracht“. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigte ihm volle Schuldfähigkeit.

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Vorgeschichte der Gewalt

Besonders erschütternd ist die Vorgeschichte dieser Tat. In den Jahren zuvor soll Abdullah A. seine Ehefrau immer wieder geschlagen haben, um sie zu vergewaltigen. Die Familie war 2015 vor dem syrischen Bürgerkrieg nach Deutschland geflohen. Ausgerechnet in Hagen, wo sie Schutz suchten, wurde das Zuhause schließlich zum Tatort. Die vier Kinder sind inzwischen vom Jugendamt bei Verwandten untergebracht.

Konsequenzen und gesellschaftliche Dimension

Das Urteil des Landgerichts Hagen markiert das Ende eines besonders grausamen Falles von häuslicher Gewalt. Die lebenslange Haftstrafe spiegelt die Schwere der Tat wider, die nicht nur ein Mord war, sondern auch die Kinderseelen der vier Zeugen nachhaltig traumatisiert hat. Der Fall wirft Fragen nach dem Schutz von Frauen in Gewaltbeziehungen auf, insbesondere in migrantischen Communities.

Unbekannte haben im Anschluss an den Prozess eine Rose in einen der Briefkästen des Mordhauses gesteckt – ein stilles Zeichen des Gedenkens an das Opfer und der Anteilnahme mit den hinterbliebenen Kindern.

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