Nach einem schweren Tauchunfall in Französisch-Polynesien kämpft der 24-jährige Brian Pethke aus Schwedt in der Uckermark um sein Leben. Am 5. April wurde er von einem führerlosen Boot überfahren, verlor dabei einen Teil seines rechten Beines und schwebte in Lebensgefahr. Nur durch das schnelle Eingreifen von drei zufällig anwesenden Ärzten überlebte er. Nun liegt er in einem Berliner Krankenhaus und bereitet sich auf eine Hauttransplantation vor. Freunde haben eine Spendenaktion gestartet, um ihm den Weg zurück ins Leben zu erleichtern.
Der Unfall: Ein Boot ohne Kapitän
Brian und sein Freund Mika waren auf einer Traumreise in Französisch-Polynesien. Auf der Insel Rangiroa buchten sie zwei Tauchgänge. Der zweite Tauchgang war atemberaubend: Delfine, Haie und lebendige Korallen. Nach 58 Minuten tauchten sie auf. „Ich sagte meinen Freunden, dass es einer der schönsten Tauchgänge meines Lebens war“, erinnert sich Brian. Doch dann hörten sie ein lautes Geräusch. Ein Boot, das sie abholen sollte, fuhr unkontrolliert auf sie zu. Der Kapitän war über Bord gefallen, hatte keinen Totschalter getragen und beim Fallen Vollgas gegeben. Beim zweiten Kreis traf das Boot Brian. „Ich habe sofort gemerkt, dass es mir das Bein weggerissen hat. Das Wasser färbte sich blutrot, und das Salzwasser ließ die Schmerzen unerträglich werden.“
Rettung durch drei Ärzte
Brian dachte, sein Ende sei gekommen. „Ich habe mich schon innerlich von meinem Kumpel und meiner Familie verabschiedet.“ Doch dann tauchte ein Boot mit drei Ärzten auf. Sie leisteten Erste Hilfe, stoppten die Blutung und organisierten ein Ambulanzflugzeug. „Ich hatte großes Glück. Wenn die Ärzte nicht gewesen wären, wäre ich heute nicht mehr hier.“ Die Ärzte kamen aus Frankreich, lebten in Französisch-Polynesien und arbeiteten im Krankenhaus auf Tahiti, in das Brian später eingeliefert wurde.
Amputation und Krankenhausaufenthalt
Nach fünf Stunden landete das Ambulanzflugzeug auf Tahiti. Ein 30-köpfiges Team operierte Brian sofort. „Weil mein Fuß nur noch an einzelnen Muskel- und Hautfasern hing, amputierten die Ärzte ihn.“ Danach kam er auf die Intensivstation. Aufgrund der vielen Schmerzmittel realisierte er das Ausmaß erst Tage später. „Ich sah, dass die Bettdecke glatt war und mir mein Bein fehlte. Aber wegen der starken Schmerzen und der Müdigkeit schlief ich wieder ein.“
Weitere Operationen und Keimgefahr
Nach mehr als drei Wochen konnte Brian nach Deutschland fliegen. Im Berliner Krankenhaus operierte das Team ihn bereits zweimal. „Bei der zweiten Operation reinigten sie erneut gründlich, da zwei multiresistente Keime nicht verschwinden. Sollten wir die Keime nicht in den Griff bekommen, besteht die Gefahr, dass mein Bein weiter amputiert werden muss.“ In der nächsten Operation, die für Mitte dieser Woche angesetzt ist, soll eine Hauttransplantation erfolgen. „Durch die lange Transportzeit von Französisch-Polynesien nach Deutschland ist Haut abgestorben“, erklärt er.
Gute Prognosen und Spendenaktion
Trotz der schweren Verletzungen ist Brian optimistisch. „Die Ärztinnen und Ärzte geben mir gute Prognosen: Die Prothese wird gut, und ich werde meine Lebensqualität zurückgewinnen.“ Auch beruflich macht er sich keine Sorgen. Sein Arbeitgeber nimmt Umstrukturierungen vor, damit er im Sekretariat weiterarbeiten kann. Freunde starteten einen Spendenaufruf über GoFundMe und sammelten bereits mehr als 30.000 Euro. Das Geld benötigt Brian für den Umbau seines Autos, eine neue Wohnung und eine Sportprothese, die die Krankenkasse nicht übernimmt.
Instagram und psychologische Hilfe
Um das Geschehen zu verarbeiten, teilt Brian auf seiner Instagram-Seite lilbriani seine Geschichte. „Das kam bei den Leuten sehr gut an, und innerhalb von anderthalb Wochen gewann ich 20.000 Follower.“ Ein Psychologe unterstützt ihn ebenfalls. Sein großes Ziel ist es, nach der Reha nach Französisch-Polynesien zurückzukehren und den Ärzten zu danken, die ihm das Leben retteten. „Ich werde diese Menschen nie vergessen, denn sie schenkten mir ein zweites Leben.“



